Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1842)
Entstehung
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ganzen Tag über zu bewachen. Als es dunkel ge⸗ worden war, ſtand er auf, begab ſich nach Haus und ging zu Bette, wobei er vor ſich hin murmelte:„ſie wird morgen kommen!“ 4

Des andern Tages war er wieder dort, von Sonnenaufgang bis Nachts; und dann legte er ſich wieder zu Bette und ſagte:„ſie wird morgen kommen!“

Und von nun an wartete er jeden Tag und den ganzen Tag, neben ihrem Grabe ſitzend, auf ſie. Wie viele Bilder von neuen Reiſen über liebliche Gründe, von Ruheplätzen unter dem freien, weiten Himmelszelte, von Streifzügen durch Felder und Wäl⸗ der auf ſelten betretenen Pfaden— wie viele Töne dieſer Einen, wohl bekannten Stimme— wie viele Erſcheinungen der Geſtalt, des flackernden Kleides, der Locken, die ſo fröhlich in dem Winde wallten— wie viele Geſichte von dem, was geweſen war und was, wie er hoffte, wieder kommen ſollte— kreuzten hier, in der alten, düſtern, ſchweigenden Kirche durch ſeine Seele! Er ſagte ihnen nie etwas von ſeinen Träumereien, oder wohin er ging. Er ſaß Nachts neben ihnen, und ſie konnten ſehen, mit welcher ge⸗ heimen Luſt er über die Flucht nachdachte, die er und ſie ergreifen würden, ehe die Nacht wieder käme; und noch immer konnten ſie ihn betend flüſtern hören: „o! laß ſie doch morgen kommen!“

Das letztemal war es an einem ſchönen Früh⸗ lingstage. Er blieb über ſeine gewohnte Stunde