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hatte ſitzen ſehen, wie das Buch ihrem Schooß ent⸗ fallen war, und wie ſie mit gedankenvoller Miene gen Himmel blickte. Ein anderer erzählte, wie ſehr er ſich immer habe wundern müſſen, daß ein ſo zartes Weſen ſo kühn ſeyn könnte: ſie habe ſich nie gefürchtet, Nachts allein in die Kirche zu gehen, ſon⸗ dern ſey ſogar gerne dort geblieben, wenn alles ruhig geweſen; ja ſelbſt den Thurm habe ſie erklommen, ohne ein anderes Licht, als die Strahlen des Mondes, welche ſich durch die Luftöffnungen der dicken alten Mauer ſtahlen. Unter den Aelteſten verbreitete ſich ein Geflüſter, ſie habe Engel geſehen und mit ihnen verkehrt; und manche mochten wohl dieſem Gerüchte Glauben beimeſſen, wenn ſie ſich erinnerten, wie ſie ausgeſehen und geſprochen hatte, und wie ſie ſo bald heimgegangen war. Sie traten in kleineren Gruppen an das Grab, ſchauten hinunter, machten wieder an⸗ dern Platz, und entfernten ſich flüſternd zu Dreien oder Vieren, bis endlich nur noch der Todtengräber und die trauernden Freunde in der Kirche waren. Sie ſahen das Gewölbe ſchließen und den Stein darüber legen. Dann, als das Düſter des Abends herannahte und kein Ton die heilige Stille des Ortes ſtörte— als der ſilberne Mond ſein Licht auf Gräber, Monumente, Pfeiler, Mauern und Bogen, vor allem aber(wie es ihnen vorkam) auf ihr ruhiges Grab warf— in jener ruhigen Stunde, wo die ganze Natur und das innere Gefühl ein ergreifendes Zeug⸗ niß von der Unſterblichkeit ablegt, wo irdiſche Hoff⸗


