Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1842)
Entstehung
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„Nun, ſo will ich mit dir gehen, wohin du willſt,“ ſagte der alte Mann, ſich an das Kind wen⸗ dend.„Es iſt aber doch wahr, was ihr mir ſagt? Ihr wollt mich nicht täuſchen? Ich habe mich ſehr verändert, ſogar in der kurzen Zeit, daß wir uns zum letztenmal ſahen.“

„Geh deines Weges mit ihm, Kleiner,“ entgeg⸗ nete der Todtengräber,„und der Himmel möge euch Beide geleiten.“

„Ich bin ganz bereit,“ ſagte der alte Mann de⸗ müthig.„Komm, Knabe, komm!“

Und ſo ließ er ſich wegführen.

Und nun erhob die Glocke— die Glocke, welche ſie ſo oft bei Tag und bei Nacht mit ſo feierlicher Freude gehört hatte, als wäre ſie faſt eine lebende Stimme— ihr unerbittliches Geläute über ſie, die ſo jung, ſo ſchön und ſo gut war. Welkes Alter und kräftiges Leben, blühende Jugend und hülfloſe Kind⸗ heit ſtrömten heran— auf Krücken, im Stolze der Kraft und Geſundheit, in der hoffnungsvollſten Blüte, in dem vollen Morgenroth des Lebens, um ſich nach ihrem Grabe zu begeben. Da waren alte Männer mit trüben Blicken und ſchwächer werdenden Sinnen — Großmütter, die alt geheißen hätten, wenn ſie ſchon vor zehn Jahren geſtorben wären— der Taube, Blinde, Lahme, der Zitternde, der Lebendigtode in jeder Geſtalt und Form, um das Zuwerfen dieſes frühen Grabes mit anzuſehen. Was war der Tod,

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