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Der Naritätenladen.
Zweiundſtebzigſtes Kapitel.
Als ſie mit dem Anbruch des Morgens ruhiger über den Gegenſtand ihres Schmerzes ſprechen konn⸗ ten, hörten ſie, wie ſie ihr Leben beſchloſſen.
Sie war zwei Tage todt geweſen. Sobald man denken konnte, daß ihr Ende nicht mehr ferne ſey, verſammelte ſich alles um ſie. Sie war bald nach Tagesanbruch geſtorben. Man hatte ihr in der erſten Hälfte der Nacht vorgeleſen und mit ihr geſprochen; im Verlaufe der Stunden war ſie jedoch in Schlaf verſunken. Aus den leiſen Worten, die die Schlum⸗ mernde flüſterte, ließ ſich entnehmen, daß ſie von ihren Wanderungen mit dem alten Manne träumte — aber nicht von jenen Schauplätzen des Leidens, ſondern von jenen, wo ſie Hülfe und freundliche Be⸗ handlung gefunden, denn ſie ſagte oft mit großer Wärme:„Gott vergelt's euch!“
Wachend hatte ſie nur ein einzigesmal irre ge⸗
redet: ſie ſagte nämlich, ſie höre eine wunderliebliche
Muſik in der Luft. Gott mag das wiſſen— viel⸗ leicht iſt das wahr geweſen.
Als ſie endlich nach einem ſehr ruhigen Schlaf
die Augen wieder öffnete, bat ſie ihre Freunde noch um einen Kuß. Man willfahrte ihr. Dann wandte


