Teil eines Werkes 
3. Bdchn (1842)
Entstehung
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Ihnen getrennt, der jetzt endlich zurückkömmt, um Sie in Ihrer höchſten Noth zu tröſten und Ihnen Beiſtand zu leiſten—“

„Dir zu ſeyn, was du ihm ehemals warſt,“ rief der jüngere Bruder, indem er vor dem älteren auf die Knie niederfiel;„Dir Deine alte Liebe zu vergelten, theurer Bruder, durch beharrliche Sorg⸗ falt und liebevolle Pflege; an ſeiner Seite zu ſeyn, was er nie zu ſeyn aufhörte, als ſelbſt Weltmeere zwiſchen uns rollten; ganze Jahre der Einſamkeit zu Zeugen aufzurufen ſeiner unveränderten Treue und ſeiner ſteten Rückerinnerungen entſchwundener Tage. Laß mich nur ein einziges Wort des Wieder⸗ erkennens hören, Bruder— und nie— nein, nie, ſelbſt in den glücklichſten Augenblicken unſerer Jugend⸗ zeit, wo wir als arme, thörichte Knaben unſer Leben gemeinſam zu verbringen gedachten— werden wir uns gegenſeitig auch nur halb ſo lieb gehabt haben, oder uns nur halb ſo theuer geweſen ſeyn, als es von nun an der Fall ſeyn ſoll.“

Der alte Mann ſah den Anweſenden der Reihe nach in's Geſicht, und ſeine Lippen bewegten ſich; aber kein Laut der Erwiederung drang aus den⸗ ſelben hervor.

„Wenn wir ſchon damals ſo eng mit einander verbunden waren,“ fuhr der jüngere Bruder fort,„wie innig wird nicht jetzt erſt unſere Verbrüderung ſeyn. Unſere Liebe und Freundſchaft begann mit unſerer Kindheit, als das ganze Leben noch vor uns lag, und