376 war in der alten, frohen Zeit,“ ſagte der Schul⸗ meiſter.
„Sie war immer froh— ſogar heiter,“ rief der alte Mann mit einem ſtarren Blicke auf den Schulmeiſter.„Ich erinnere mich zwar, daß von frü⸗ heſter Jugend an immer etwas Mildes und Ruhiges in ihrem Weſen war, aber ſie hatte doch ein glückliches Temperament.“
„Wir haben von Ihnen gehört,“ fuhr der Schulmeiſter fort,„daß ſie in dieſen wie in allen guten Eigenſchaften ein Abbild ihrer Mutter war. Sie erinnern ſich doch noch derſelben?“
Er behielt ſeinen ſtieren Blick bei, gab jedoch keine Antwort.
„Oder vielleicht einer, die vor ihr war,“ ver⸗ ſetzte der Bachelor.„Es iſt ſeit vielen Jahren her, und Leiden verlängern die Zeit; aber Sie haben doch wohl derjenigen nicht vergeſſen, deren Tod dazu beitrug, Ihnen dieſes Kind ſo theuer zu machen, noch ehe ſie ſeinen Werth kannten oder in ſeinem Herzen leſen konnten? Sagen Sie, daß Sie Ihre Ge⸗ danken in ſehr ferne Tage zurückzuführen vermöchten — zu einer frühen Zeit ihres Lebens— wo Sie nicht, wie dieſe ſchöne Blume, Ihre Stunden allein vollbrachten. Sagen Sie, daß Sie aus langer
Zeit eines andern Kindes ſich erinnern können, das ſte zärtlich liebte, als Sie ſelbſt noch ein Kind waren. Sagen Sie, daß Sie einen Bruder haben, lange vergeſſen, lange nicht geſehen, lange von


