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„„Warum liegſt du ſo unthätig da, liebe Nell?“ murmelte er,„da es doch draußen ſchöne rothe Beeren gibt, die nur auf deine pflückende Hand warten? Und warum liegſt du ſo unthätig da, wenn deine kleinen Freunde zu der Thüre gekrochen kommen und rufen: ‚„wo iſt Nell— die ſüße Nell?«— und ſchluchzen und weinen, weil ſie dich nicht ſehen? Sie war immer ſo ſanft gegen die Kinder. Das Wildeſte von ihnen würde ihr Ge⸗ heiß erfüllt haben— ſie wußte ſo gar zart mit den Kindern umzugehen— ja gewiß!“
Kit war außer Stande, zu ſprechen. Seine Augen füllten ſich mit Thränen.
„Ihr kleiner Hausanzug— ihr Lieblingskleid⸗ chen,“ rief der alte Mann, drückte es an ſeine Bruſt und hätſchelte es mit ſeinen welken Händen.„Sie wird es vermiſſen, wenn ſie erwacht. Man hat ſich den Spaß gemacht, es hier zu verſtecken. Aber ſie ſoll es haben— ſie ſoll es haben. Ich möchte meinen Liebling nicht necken,— nicht um alle Reichthümer der Welt. Sieh' nur— dieſe Schuhe — wie zerriſſen ſie ſind— ſie hat ſie aufgehoben zur Erinnerung an unſere letzte lange Reiſe. Du ſiehſt, wo die kleinen Füßchen auf den bloßen Grund traten. Man ſagte mir, die Steine hätten ihr in's
Fleiſch geſchnitten und ſie gequetſcht. Sie ſagte
mir nie etwas davon. Nein, nein. Gott ſegne ſie.
Und wohl erinnerte ich mich ſeitdem daran; ſie ging
hinter mir her, damit ich nicht ſehen möchte, wie 24*


