„Sie können doch nicht in ſo ſpäter Stunde noch wach ſeyn!“ entgegnete der Bruder haſtig.
Kit legte ſich alsbald in's Mittel und bat, ſie möchten ihn, während ſie hier klingelten und an der Thüre warteten, nach dem Lichte hingehen laſſen, damit er ſich überzeugen könne, ob Leute um den Weg wären. Nachdem er die nachgeſuchte Erlaubniß erhalten, eilte er in athemloſer Haſt, noch immer den Vogelkäfich in der Hand tragend, der Stelle zu.
Es war nicht leicht, denſelben Schritt unter den Gräbern einzuhalten, und zu jeder andern Zeit würde er wohl langſamer oder auf den Wendungen des Pfades gegangen ſeyn. Ohne jedoch der Hinder⸗ niſſe zu achten, drang er mit nicht erſchlaffender Eile
vorwärts und befand ſich bald im Bereiche von
einigen Ellen vor dem Fenſter.
Er trat ſo leiſe als möglich näher, drängte ſich ſo hart an die Mauer, daß er mit ſeinen Kleidern den Schnee von dem Epheu fegte, und horchte. Kein Laut von innen. Die Kirche ſelbſt hätte nicht ruhi⸗ ger ſeyn können. Er berührte das Glas mit ſeiner Wange und horchte wieder. Nichts. Und doch war es ringsumher ſo ſtille, daß er meinte, er hätte ſo⸗ gar das Athmen eines Schlafenden hören müſſen, wenn ein lebendes Weſen innen geweſen wäre.
Ein ſeltſamer Umſtand— ein Licht zu ſolcher Stunde und an einem ſolchen Orte, ohne daß Je⸗ mand in der Nähe war.
Da ein Vorhang den untern Theil des Fenſters
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