eine Minderjährige geheirathet hat— doch nein, nein, das kann nicht ſeyn. Wo iſt das Kind, das Ihr hier habt, mein guter Mann? Nell heißt ſie — wo iſt ſie?“
Sobald er dieſe Frage vorgebracht hatte, zu welcher Kit's Mutter das Echo abgab, ſtieß Jemand in einem nahegelegenen Zimmer einen Schrei aus, und eine ſtämmige Dame in weißer Kleidung kam gegen die Thüre gelaufen, ſtützte ſich ſofort auf den Arm des Bräutigams und rief:
„Wo iſt ſie? Was bringen Sie mir für Neuig⸗ keiten? Was iſt aus ihr geworden?“
Der ledige Herr trat verblüfft zurück und ſah mit Blicken, in denen Beſorgniß, getäuſchte Hoffnung und Zweifel mit einander um die Oberhand kämpften, auf das Geſicht der vormaligen Madame Jarley, welche ſich dieſen Morgen mit dem philoſophiſchen George verehlicht hatte— zur ewigen Wuth und Verzweiflung Herrn Slums, des Poeten. Endlich ſtotterte er:
„Ich frage Sie, wo ſie iſt. Wie muß ich Sie verſtehen?“
„Ach, Sirl“ rief die Braut,„wenn Sie hieher kommen, um ihr etwas Gutes zu erweiſen, warum haben Sie es nicht eine Woche früher gethan 24
„Sie iſt doch nicht— nicht todt?“ entgegnete der Angeredete erblaſſend.
„Nein, ſo ſchlimm iſt's wohl nicht.“
„Gott ſey Dank!“ rief der ledige Herr mit matter Stimme.„Laſſen Sie mich eintreten.“


