417 wiſſen, was er zu thun habe, und ſtehe daher voll⸗ kommen in ſeinem Rechte, wenn er ſage, was ihm gut dünke; Niemand könne ihm dieß auch nur einen Augenblick ſtreitig machen— oh mein Gott, nein!
„Ich verſichere Ihnen, meine gute Frau,“ ent⸗ gegnete der ſanfte Schulmeiſter,„daß ich Ihnen die reine Wahrheit geſagt habe— ſo wahr ich ſelig zu werden hoffe, ich habe Ihnen die Wahrheit mitge⸗ theilt.“ 4
„Je nun, ich glaube ja, daß es Ihnen Ernſt iſt,“ erwiederte die Wirthin in der beſten Laune,„und es thut mir ſehr leid, daß ich Sie beläſtigt habe. Doch Sie wiſſen wohl, Neugierde iſt der Fluch un⸗ ſeres Geſchlechtes.“
Der Wirth kratzte ſich im Kopf, als dächte er, dieſer Fluch plage bisweilen das andere Geſchlecht in gleicher Weiſe; er wurde jedoch durch des Schul⸗ meiſters Entgegnung verhindert, eine dahin abzielende Bemerkung fallen zu laſſen, wenn er anders eine ſolche im Sinne hatte.
„Sie könnten mich meinetwegen ſechs Stunden in einem Sitze ausfragen, und wenn ich könnte, ſo wollte ich Ihnen gerne geduldig Rede ſtehen, um der Herzensgüte willen, welche Sie dieſen Abend an den Tag gelegt haben,“ ſagte er.„So aber bitte ich eben, daß Sie morgen für ſie Sorge tragen und mich zeitig wiſſen laſſen, wie es ihr geht. Ich werde für alles Zahlung leiſten.“
So kam der Schulmeiſter auf die beſte Weiſe Boz. XII. Humphrey's Wanduhr. 27


