Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1842)
Entstehung
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ſeligen Köthen am Wege und klopfte mit ihrer Haud an die Thüre.

Was willſt du hier? fragte ein hagerer, elend ausſehender Mann, der die Thüre öffnete.

Erbarmen. Einen Biſſen Brod.

Siehſt du dieß? entgegnete der Mann mit heiſerer Stimme, indem er nach einem Ballen auf dem Boden deutete.Das iſt ein todtes Kind. Ich und fünfhundert andere Männer ſind vor drei Mo⸗ naten beſchäftigungslos geworden. Dieß iſt mein drittes todtes Kind und mein letztes. Glaubſt du, ich könne Erbarmen gewähren, oder ich habe einen Biſſen Brod übrig?

Nell bebte zurück und der Mann ſchloß die Thüre. Durch die Noth gedrängt, klopfte ſie an einer andern in der Nachbarſchaft, die dem leichten Drucke ihrer Hand nachgab und aufflog.

Die Köthe ſchien von einem Paar armer Fami⸗ lien bewohnt zu ſeyn, denn zwei Weiber, deren jede von ihren Kindern umgeben war, hatten ſich in die Stube getheilt. In der Mitte ſtand ein ernſter, ſchwarzgekleideter Herr, der augenſcheinlich eben erſt

eingetreten war und einen Knaben an der Hand hatte. 2

Hier, Frau, ſagte er,iſt euer taubſtummer Sohn, und Ihr mögt mir es Dank wiſſen, daß ich ihn Euch zurückbringe. Er wurde dieſen Morgen vor mir des Diebſtahls beſchuldigt, und ich verſichere

Euch, daß es jedem andern Knaben übel gegangen