das Entſetzen aufzählen, welches die Nacht dem wan⸗ dernden, jungen Kinde vor Augen führte!
Und doch legte ſie ſich nieder, ohne eine andere Decke, als den Himmel über ihr, und ohne irgend eine Furcht für ſich ſelbſt, denn dieſe entſchwand in den heißen Gebeten, die ſie für den armen, alten Mann nach Oben ſandte. Trotz der tiefempfundenen Schwäche und Erſchöpfung blieb ſie doch ſo ruhig und ergebungsvoll, daß ſie nicht an ihre Bedürfniſſe dachte, ſondern nur zu Gott flehte, er möͤchte ſie einen Freund finden laſſen für ihn. Sie verſuchte es, den Weg, den ſie gekommen waren, ſich in's Gedächtniß zurückzurufen und in die Richtung zu blicken, wo das Feuer brannte, bei dem ſie in der letzten Nacht einen Ruheort gefunden. Sie hatte vergeſſen, den armen Mann, ihren Freund, um ſei⸗ nen Namen zu fragen, und wenn ſie in ihren Gebe⸗ ten ſeiner gedachte, ſo ſchien es ihr undankbar, nicht einen Blick nach dem Orte zu wenden, wo er jetzt wachend ſaß.
Sie hatten an dieſem Tage blos für einen Penny Brod genoſſen. Es war ſehr wenig, aber ſie vergaß ſelbſt des Hungers in der wunderſamen Ruhe, welche ihre Sinne beſchlich. Mit ſanfteren Gefühlen legte ſie ſich nieder, und mit einem ruhigen Lächeln auf ihrem Antlitze ſchlummerte ſie ein. Es war nicht wie Schlaf— und doch mußte es Schlaf geweſen ſeyn, denn woher ſonſt die ganze Nacht über jene lieblichen Träume von dem kleinen Schüler?


