Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1842)
Entstehung
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wo es noch höher wuchs, um nicht auf die Gräber zu treten. Sie fand eine eigenthümliche Art von Ver⸗ gnügen in dem Aufenthalte unter dieſen Häuſern des Todes und las die Aufſchriften auf den Gräbern der guten Menſchen(es lag deren eine große Anzahl hier beſtattet), indem ſie mit zunehmendem Intereſſe

von dem einen zum andern wandelte.

Es war ein ſehr ruhiger Ort ganz ſo, wie er ſeyn ſollte mit Ausnahme der krähenden Doh⸗ len, welche ihre Neſter in den Zweigen einiger hohen Bäume gebaut hatten und hoch oben in der Luft gegenſeitig ſich zuriefen. Zuerſt ließ einer dieſer glatt⸗ geſiederten Vögel, der in der Nähe ſeines rauhen Hauſes ſchwebte, während er ſich im Winde ſchwang und ſchaukelte, ſein heiſeres Geſchrei vernehmen, ganz zufällig, wie es ſchien, und in einem nüchternen Tone, als ob er nur mit ſich ſelbſt ſpräche. Ein anderer antwortete, und der erſte ſchrie abermals, aber lauter als zuvor; dann miſchte ſich ein dritter und ein vierter ins Geſpräch, und jedesmal beharrte der erſte, durch den Widerſpruch gereizt, nur um ſo ſtärker auf ſeiner Behauptung. Nun fielen auch noch andere Stimmen, die bisher geſchwiegen hatten, von den niedrigeren, den höheren, den mittleren, den rechten, den linken und den Wipfelzweigen aus, ein; und noch weitere erſchollen haſtig aus den grauen Kirchthürmchen und den Fenſtern des alten Glocken⸗ ſtuhls und ſchloßen ſich dem allgemeinen Lärm an, welcher ſich bald ſteigerte, bald verminderte, das einemal anſchwoll und dann wieder nachließ, jeden⸗ falls aber in einem fortdauerte. Auch fand während dieſes ganzen geräuſchvollen Wettſtreites ein beſtän⸗ diges Hin⸗ und Herſchiffen, ein Niederlaſſen auf neue Zweige und ein unabläßiger Ortswechſel ſtatt, womit ſie die frühere Ruheloſigkeit derjenigen, welche jetzt ſo ſtill unter Moos und Raſen lagen, und das nutz⸗