Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1842)
Entstehung
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die Kinder zuſammen gekommen, habe ich vergeſſen: es ſchwebt mir nur noch dunkel vor, daß es an meinem Geburtstag geweſen, und etwas lebhafter iſt die Erinnerung, daß wir alle mit einander in einem Garten waren, und zwar an einem Sommertage, denn ich weiß noch ganz gewiß, daß eines der kleinen Mädchen Roſen in ſeinem Gürtel hatte. Es waren viele liebliche Engelsbilder auf dem Gemälde, und ich erinnere mich noch, daß mir der Einfall kam, unter ihnen die Abbilder meiner kleinen Spielge⸗ fährten aufzuſuchen, und als ich für alle Repräſen⸗ tanten gefunden hatte, hielt ich zögernd inne und fragte, welches von den Figürchen wohl mir am meiſten gliche. Ich entſinne mich, daß die Kinder ſich gegenſeitig anſahen, während mein Geſicht er⸗ glühete; dann drängten ſie ſich um mich, küßten mich und ſagten mir, daß ſie alle mich demungeachtet liebten. Als nun der alte Schmerz in dem milden und zärtlichen Auge meiner Mutter auftauchte, über⸗ flog mich zum erſtenmale eine Ahnung der Wahrheit, und ich wußte jetzt, wie ſchmerzlich ſie die Verkrüp⸗ pelung ihres armen Kindes empfand, wenn ſie mei⸗ nen unbeholfenen, linkiſchen Spielen zuſchaute.

Spater träumte ich oft davon, und jetzt noch jammert mich der Knabe, als wäre es ein anderer und nicht ich ſelbſt geweſen, wenn ich daran denke, wie oft er aus irgend einer feenhaften Umwandlung zur ungeſtalten Wirklichkeit erwachte und ſich wieder in Schlaf ſchluchzte.