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ſehr jung, als meine arme Mutter ſtarb, und doch erinnere ich mich noch, daß ſie mich oft, wenn ich an ihrem Halſe hing, und noch öfter, wenn ich im Zimmer zu ihren Füßen ſpielte, an ihr Herz drückte, in Thränen ausbrach und durch die zärtlichſten und liebevollſten Worte mich zu beruhigen ſuchte. Gott weiß es, ich war damals ein glückliches Kind— glücklich, wenn ich mich an ihre Bruſt ſchmiegte— glücklich, wenn ich mit ihr weinen konnte— glück⸗ lich, ohne zu wiſſen warum?
Dieſe Rückerinnerungen haften tief in meiner Seele, als hätten die Anläſſe dazu ganze Jahre um⸗ faßt; ich zählte indeß deren ſehr— ſehr wenige, als erſtere für immer aufhörten, obgleich mir ſchon damals ihre Bedeutung kein Geheimniß mehr war.
Ich weiß nicht, ob alle Kinder für kindliche Schönheit und Anmuth, wie auch für eine lebhafte Vorliebe zu derſelben empfänglich ſind: bei mir war es wenigſtens der Fall. Ich kann mich nicht erin⸗ nern, daß ich je darüber nachdachte, ob ich ſie ſelbſt be⸗ ſaß, oder ob ſie mir abgingen; das aber weiß ich noch, daß ich eine unbeſchreibliche Bewunderung da⸗ für unterhielt. Ein kleines Häuflein von Spielka⸗ meraden— ſie müſſen ſchön geweſen ſeyn, denn ich kann mir ſie noch vergegenwärtigen— ſchaarte ſich eines Tages um die Knie meiner Mutter, eifrig das Gemälde einer kindlichen Engelgruppe bewundernd, welches ſie in ihrer Hand hielt. Wem das Gemälde gehörte, ob ich es früher ſchon geſehen, oder wie alle


