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David Kopperfield. 115
„Ich bin Dir wirklich im Stande geweſen, mein lieber Kopperfield, Alles zu thun, was mir beſonders⸗ am Herzen lag. Sr. Chrwürden, Herr Horace, iſt zu der Stelle von vierhundertfünfzig Pfund jährlich aufge⸗ rückt; unſere zwei Jungen erhalten die allerbeſte Erziehung und zeichnen ſich als tüchtige Schüler und gute Burſchen aus; drei von den Mädchen ſind ſehr behaglich verheirathet; drei andere leben bei uns; noch drei andere führen ſeit dem Hinſcheiden der Madame Crewler dem Herrn Horace die Wirthſchaft, und alle miteinander ſind glücklich.“
„Ausgenommen—“ helfe ich ihm ein.
„Ausgenommen die Schönheit,“ ſagt Traddles. „Ja. Es war ein rechtes Unglück, daß ſie gerade ſolch einen Strolch heirathen mußte. Aber es war ſo etwas Flottes und Flimmerndes um ihn herum, das ſie berückte. Indeſſen ſeit wir ſie ſicher in unſerm Hauſe haben und ſeiner losgeworden, müſſen wir ſie wieder aufheitern.“
Das Haus, welches Traddles innehat, iſt eines jener ſelben Häuſer— oder es kann wenigſtens ſehr leicht eines geweſen ſein— die er und Sophie dereinſt bei ihren abendlichen Spaziergängen ſich auszuſuchen pflegten. Es iſt ein geräumiges Haus, aber Traddles verwahrt ſeire Papiere in ſeinem Ankleidezimmer und ſeine Stiefan bei ſeinen Papieren, und er und Sophie quetſchen ſich in die Stuben des obern Geſtocks, und laſſen die beſten Schlafzimmer der Schönheit und den übrigen Mädchen. Es iſt kein Raum zu ſparen in dem Hauſe; denn es ſind noch mehr von„den Mädels“ hier (und zwar ſtets in Folge dieſen oder jenen Ereigniſſes hier), als ich zu zählen und zu nennen wüßte.
Hier iſt, als wir eintreten, ein ganzer Haufe der⸗ ſelben, und ſie kommen heruntergelaufen und geben
Traddles herum zum Abküſſen, bis er ganz außer


