Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

David Kopperfield. 77

Siebenundzwanzig. Wünſchen Sie ihm noch irgend was Weiteres zu ſagen?“

„Sie kannten mich lange Zeit, ehe ich hierher kam und geändert ward, Herr Kopperfield,“ ſagte Uriah, mich anblickend, und nie, ſelbſt auf ſeinem Geſichte nicht, ſah ich einen ſchurkiſcheren Blick.„Sie kannten mich, als ich, trotz meiner Thorheiten, demüthig war unter Denen, welche ſtolz waren, und mild unter Denen, welche

heftig waren— Sie ſelbſt waren heftig gegen mich,

Herr Kopperfield. Einmal gaben Sie mir einen Schlag ins Geſicht, wiſſen Sie?“

Allgemeines Bedauern. Mehrere entrüſtete Blicke wurden mir zugeworfen.

„Aber ich vergebe Ihnen, Herr Kopperfield,“ ſagte Uriah, indem er ſeine zum Vergeben geneigte Natur zum Gegenſtande eines höchſt gottloſen und entſetzlichen Vergleichs machte, den ich nicht wiederholen will.„Ich vergebe Jedermann. Es würde ſich übel für mich ſchicken, einen Haß in mir zu tragen. Ich vergebe Ihnen auf⸗ richtig und von ganzem Herzen, und ich hoffe, Sie werden Ihre Leidenſchaften in Zukunft darnieder halten. Ich hoffe, Herr W. wird in ſich gehen und Fräu⸗ lein W. und alle dieſe ſündige Rotte. Sie ſind mit Trübſal heimgeſucht worden, und ich hoffe, es wird Ihnen das gut ſein; aber noch beſſer wär' es, Sie wä⸗ ren hierher gekommen. Für Herrn W. und ebenſo für Fräulein W. würde es beſſer geweſen ſein, wenn ſie hierher gekommen wären. Der beſte Wunſch, den ich Ihnen, Herr Kopperfield, und Ihnen insgeſammt, meine Herren, zurufen kann, iſt der, daß Sie feſtgenommen und hierher gebracht werden kͤnnten. Wenn ich an meine vergangenen Thorheiten und an meinen gegen⸗

wärtigen Gemüthszuſtand denke, bin ich überzeugt, es