David Kopperfield. 75
verſuchte, es aber nicht im Stande war. Ich bitte jenen Herrn, wenn es in ſeiner Macht ſteht, dieſes junge Frauenzimmer, wenn er ſo gut ſein will, von mir zu benachrichtigen, daß ich ihr ihre ſchlechte Auf⸗ führung gegen mich vergebe, und ſie aufrufe, zu be⸗ reuen.“
„Ich zweifle nicht, Achtundzwanzig,“ erwiederte der Fragſteller,„daß der Herr, auf den Sie ſich beziehen, innig fühlt— wie wir das ja alle fühlen müſſen— was Sie ſo ſehr paſſend geſagt haben. Wir wollen Sie aber nicht länger abhalten.“
„Ich danke Ihnen, mein Herr,“ ſagte Mr. Littimer. „Meine Herren, ich wünſche Ihnen einen guten Tag und hoffe, daß Sie und Ihre Familien alle Ihre Gott⸗ loſigkeit einſehen und ſich beſſern werden.“
Hiermit zog Nummer Achtundzwanzig, nachdem zwi⸗ ſchen ihm und Uriah ein Blick gewechſelt worden, als ob ſie ſich durch irgend ein Communicationsmittel ſchon einigermaßen mit einander bekannt gemacht hätten, zu⸗ rück; und als ſeine Thür hinter ihm geſchloſſen worden, ging ein Gemurmel durch die Gruppe, daß er ein höchſt reſpectabler Mann und ein wunderſchönes Exemplar ſei.
„Nun, Siebenundzwanzig,“ ſagte Mr. Creakle, indem er jetzt freien Spielraum hatte, mit ſeinem Manne zu paradiren,„giebt's irgend etwas, das Jemand für Sie thun könnte? Wenn dies der Fall iſt, ſo nennen Sie es.“
„Ich würde demüthig bitten, mein Herr,“ erwie⸗ derte Uriah, indem er ſeinen niederträchtigen Kopf ſchlen⸗ kerte,„mir Erlaubniß zu ertheilen, daß ich wieder an Mutter ſchreibe.“
„Das ſoll Ihnen beſtimmt gewährt werden,“ ſagte Mr. Creakle.


