74 David Kopperfield.
„Sie ſelbſt aber fühlen ſich ganz glücklich,“ verſetzte der Fragſteller, indem er ihm aufmunternd zunickte.
„Bin Ihnen ſehr verbunden, mein Herr,“ erwie⸗ derte Mr. Littimer.„Vollkommen glücklich!“
„Liegt Ihnen jetzt noch irgend etwas auf dem Her⸗ zen?“ ſagte der Fragſteller.„Wenn es der Fall iſt, ſagen Sie es, Achtundzwanzig.“
„Mein Herr,“ antwortete Mr. Littimer, ohne auf⸗ zublicken,„wenn meine Augen mich nicht getäuſcht ha⸗ ben, ſo iſt ein Herr gegenwärtig, der in meinem frü⸗ heren Leben mit mir bekannt war. Es kann dieſem Herrn vielleicht von Nutzen ſein, zu erfahren, daß ich meine vergangenen Thorheiten alleſammt dem Umſtande beimeſſe, daß ich ein gedankenloſes Leben mit jungen Leuten gelebt und mir geſtattet habe, mich von ihnen zu Schwachheiten verleiten zu laſſen, denen zu wider⸗ 1 ſtehen ich nicht die Kraft beſaß. Ich hoffe, mein Herr, daß ſich dieſer Herr dadurch gewarnt ſein laſſen und mir meine Freiheit nicht übelnehmen wird.'s iſt zu ſeinem Guten. Ich bin mir meiner vergangenen Thor⸗ heiten bewußt. Ich hoffe, er wird Reue fühlen über alle die Miſſethat und Sünde, an der er Theil ge⸗ nommen.“
Ich beobachtete, daß mehrere Herren ihre Augen mit einer Hand beſchatteten, als ob ſie eben in die Kirche getreten wären.
„Das macht Ihnen Ehre, Achtundzwanzig,“ ent⸗ gegnete der Fragſteller.„Ich konnte das von Ihnen erwarten. Giebt es noch etwas Anderes?“
„Mein Herr,“ verſetzte Mr. Littimer, leiſe die Augenbrauen in die Höhe ziehend, aber ohne die Au⸗ gen zu heben,„es war da ein junges Frauenzimmer, welche auf liederliche Wege gerieth, die ich zu retten


