Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 71

ſeine Glorie durch den außerordentlichen Strahlenglanz von Nummer Siebenundzwanzig ein wenig verdunkelt wurde. Ich hörte ſo viel von Nummer Siebenundzwan⸗ zig, von ſeinen frommen Ermahnungen an Jedermann in ſeiner Umgebung und von den wunderſchönen Brie⸗ fen, die er fortwährend an ſeine Mutter ſchriebe(die er auf ſehr böſem Wege zu erachten ſcheine), daß ich ganz ungeduldig war, ihn zu ſehen.

Ich mußte meine Ungeduld einige Zeit zurückdrän⸗ gen, da Siebenundzwanzig für einen Schlußeffect reſer⸗ virt war. Doch zuletzt kamen wir an die Thür ſeiner Zelle, und Mr. Creakle, der durch ein kleines Loch in derſelben gukte, meldete uns im Zuſtande der größten Verwunderung, daß er in einem Geſangbuche läſe.

Augenblicklich fuhren ſolch eine Menge Köpfe herzu, Nummer Siebenundzwanzig ſein Geſangbuch leſen zu ſehen, daß das kleine Loch ſechs oder ſieben Köpfe tief blockirt war. Um dieſer Unbequemlichkeit abzuhelfen und uns Gelegenheit zu geben, mit Siebenundzwanzig in all ſeiner Herzensreinheit zu converſiren, gab Mr. Creakle Befehl, die Thür der Zelle zu öffnen und Sie⸗ benundzwanzig einzuladen, in den Gang herauszukom⸗ men. Dies geſchah, und wen ſahen ich und Traddles da zu unſerer Verwunderung in dieſer bekehrten Num⸗ mer Siebenundzwanzig?— Niemand Anders, als Uriah Heep!

Er erkannte uns auf der Stelle und ſagte, als er herauskam, mit der alten Verrenkung zu einer Ver⸗ beugung:

„Wie geht es Ihnen, Herr Kopperfield? Was machen Sie, Herr Traddles?“

Dieſe Erkennungsſeene rief allgemeine Verwunde⸗ rung unter der Geſellſchaft hervor. Ich dachte beinahe,