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54 David Kopperfield.
vorbei war, ſo gingen wir, da Mr. Wickfield keinen Wein nahm und ich keinen wünſchte, ins obere Stock, wo Agnes und ihre kleinen Pflegebefohlenen ſangen und ſpielten und arbeiteten. Nach dem Thee verließen uns die Kinder, und wir Drei ſaßen bei einander und ſpra⸗ chen von vergangenen Tagen.
„Meine Rolle in denſelben,“ ſagte Mr. Wickfield, indem er ſein weißes Haupt ſchüttelte,„giebt mir viel Anlaß zur Reue— zu tiefer Reue und tiefer Zerknir⸗ ſchung, Trotwood, wie Sie recht wohl wiſſen. Aber ich würde die Zeit doch nicht ausſtreichen, wenn es in meiner Macht ſtünde.“
Ich vermochte das recht gern zu glauben, wenn ich einen Blick auf das Antlitz neben ihm warf.
„Ich würde mit ihr,“ fuhr er fort,„eine Geduld und Hingebung und Treue und Kindesliebe ausſtreichen, die ich nicht vergeſſen darf, nein, nicht einmal, um mich ſelbſt zu vergeſſen!“
„Ich verſtehe Sie, Herr Wickfield,“ ſagte ich mild. „Ich fühle— ich habe allezeit hohe Verehrung davor gefühlt.“
„Aber Niemand weiß, ſelbſt Sie nicht,“ erwiederte er,„wie viel ſie gethan, wie viel ſie geduldet, wie hart ſie gekämpft hat. Meine theure Agnes!“
Sie hatte ihre Hand flehentlich auf ſeinen Arm gelegt, ihn um Schweigen zu bitten, und war ſehr, ſehr bleich.
„Nun gut, gut!“ ſagte er, indem er, wie ich ſah, einen Schmerz, den ſie in Verbindung mit dem, was meine Tante mir erzählt, ertragen oder noch zu ertra⸗ gen hatte, mit einem Seufzer unerwähnt ließ.„Nun, Trotwood, ich habe Ihnen nie von ihrer Mutter er⸗ zählt; hat Ihnen jemand Anders einmal von ihr geſagt?“


