Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 33

ſo lieblich phantaſtiſch vor, als ob ich geträumt hätte, die berühmte Familie des Sultans ſei in das Verzeich⸗ niß der Sachwalter aufgenommen worden und habe den redenden Vogel, den ſingenden Baum und das goldene Waſſer mit in Grays Inn Hall gebracht. Endlich fand ich, daß ich von Traddles für die Nacht Abſchied ge⸗ nommen hatte und in das Kaffeehaus zurückgekommen war mit einem großen Wechſel in der Verzweiflung, die ich ſeinetwegen gefühlt. Ich begann zu denken, er werde fortkommen trotz aller Oberkellner in England.

Ich zog mir einen Stuhl vor eines der Feuer im Gaſtzimmer, um mit Muße über ihn nachzudenken, und ſo verfiel ich von der Betrachtung ſeines Glücks all⸗ mählig in ein Hinſtarren auf die zukunftverkündenden Gebilde in den glühenden Kohlen, und als ſie einbra⸗ chen und ihre Geſtalt wechſelten, in Nachdenken über die Wechſelfälle und Trennungen, welche mein Leben bezeichneten. Ich hatte kein Kohlenfeuer geſehen ſeit ich vor drei Jahren England verlaſſen, obſchon ich man⸗ ches Holzfeuer beobachtet hatte, wie es in ſchieferige Aſche zerbröckelte und ſich mit dem federigen Haufen auf dem Herde vermiſchte, was mir in meiner Niedergeſchla⸗ genheit nicht unpaſſend meine eignen todten Hoffnungen abbildete.

Ich vermochte jetzt an die Vergangenheit zu denken, mit Ernſt, aber ohne Bitterkeit, und konnte der Zu⸗ kunft mit kühnem Muthe ins Geſicht ſchauen. Ein häuslicher Herd in ſeinem beſten Sinne war für mich nicht mehr da. Sie, der ich eine innigere Liebe hätte einflößen können, hatte ich gelehrt, mir blos Schweſter zu ſein. Sie würde heirathen, dachte ich, und Andere haben, die Anſprüche auf ihre Zärtlichkeit machten, und wenn ſie dies thäte, würde ſie nie die Liebe zu ihr er⸗

David Kopperfield. X. 3