Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 31

derSchönheit bemerkte, wurden von Traddles und ſeiner Frau, wie man deutlich ſah, als ihr Geburts⸗ recht und ihr von der Natur verliehen betrachtet. Wenn ſie als eine Bienenkönigin geboren worden wäre und die Beiden als Arbeitsbienen, ſie hätten ſich nicht bereit⸗ williger drein ergeben können.

Aber ihre Gutherzigkeit, mit welcher ſie ſich ſelbſt vergaßen, bezauberte mich. Ihr Stolz auf dieſe Mäd⸗ chen und die Bereitwilligkeit, mit der ſie ſich allen ihren Wunderlichkeiten unterwarfen, war das erquicklichſte kleine Zeugniß für ihren eignen Werth, das ich zu ſehen hätte wünſchen können. Wenn Traddles im Laufe dieſes Abends ein Mal alsmein Allerliebſter angeredet und erſucht wurde, dies und das herzubringen, oder dies und das wegzutragen, oder dies und das aufzuheben, oder dies und das hinzulegen, oder dies und das zu holen, ſo wurde er ſo von einer oder der andern ſeiner Schwä⸗ gerinnen mindeſtens zwölf Mal in der Stunde angere⸗ det. Ebenſowenig konnten ſie irgend etwas ohne So⸗ phien thun. Das Haar von irgend Einer fiel herun⸗ ter, und Niemand als Sophie konnte es wieder auf⸗ ſtecken. Irgend Eine hatte vergeſſen, wie die oder jene Melodie ging, und Niemand als Sophie konnte dieſe Melodie richtig ſummen. Irgend Eine wünſchte zu wiſſen, wie der oder jener Name in Devonſhire hieß, und nur Sophie wußte ihn. Irgend etwas mußte nach Hauſe geſchrieben werden, und Sophien allein konnte man vertrauen, daß ſie vor dem Frühſtück am Morgen ſchrei⸗ ben werde. Irgend Eines verſah ſich mit einer Häkel⸗ arbeit und ließ eine Maſche fallen, und keine als So⸗ phie war im Stande, der Fehlenden den richtigen Weg anzuweiſen. Sie waren vollkommene Herrinnen des Platzes, und Sophie und Traddles warteten ihnen auf.