30 David Kopperfield.
cher die reinſte Luſt und Behaglichkeit aus ihren Haus⸗ mütterchensaugen leuchteten, den Thee bereitet hatte, machte ſie ruhig die geröſteten Brotſchnitten zurecht, während ſie im Winkel am Feuer ſaß.
Sie hätte Agnes geſehen, erzählte ſie mir, während ſie die Brotſchnitten röſtete.„Tom“ hätte ſie auf einen Hochzeitsausflug nach Kent hinuntergeführt, und dort hätte ſie auch meine Tante geſehen, und alle Beide, meine Tante und Agnes, befänden ſich wohl, und ſie hätten Alle von nichts als von mir geſprochen.„Tom“ hätte mich nie aus dem Sinne verloren, dächte ſie, die ganze Zeit über, ſeit ich weggeweſen ſei.„Tom“ war die Autorität für alles Mögliche.„Tom“ war augen⸗ ſcheinlich das Idol ihres Lebens, das durch keine Be⸗ wegung auf ſeinem Fußgeſtell erſchüttert werden konnte, an das ſie allezeit glaubte, dem ſie ſtets huldigte mit der ganzen Treue ihres Herzens, mochte kommen, was da wollte.
Die Achtung, mit welcher Beide, ſowohl ſie als Traddles, der„Schönheit“ ſich unterordneten, gefiel mir ſehr. Ich wüßte nicht, daß ich es für ſehr ver⸗ nünftig gehalten hätte, aber ich hielt es für ſehr er⸗ götzlich und für einen weſentlichen Theil ihres Charak⸗ ters. Wenn Traddles überhaupt je einen Augenblick die Theelöffel vermißte, welche noch erobert werden ſoll⸗ ten, ſo that er's ohne Zweifel, wenn er der„Schön⸗ heit“ ihren Thee reichte. Wenn ſeine ſanfte Frau irgendwie ſich gegen irgend Jemand etwas hätte anma⸗ ßen können, ſo habe ich hinreichenden Grund, zu glau⸗ ben, daß ſie es nur auf den Grund hin zu thun im Stande geweſen wäre, weil ſie die Schweſter der„Schön⸗ heit“ war. Ein paar leiſe Andeutungen eines ziemlich ſchnippiſchen und launenhaften Benehmens, die ich an


