David Kopperfield. 23
ihr auf der Stelle ſagen), die Welt noch nicht geſehen. Ich küßte ſie, wie ſich das für einen alten Bekannten ſchickte, und wünſchte ihnen von ganzem Herzen Glück.
„Mein Gott,“ ſagte Traddles,„was für ein ent⸗ zückendes Wiederſehen das iſt. Du biſt mir aber über alle Maßen braun geworden, mein lieber Kopperfield. Gott ſteh mir bei, wie glücklich ich bin!“
„So geht es auch mir,“ erwiederte ich.
„Und wahrhaftig auch mir!“ ſagte die erröthende und lachende Sophie.
„Wir ſind Alle ſo glücklich, als nur möglich,“ fuhr Traddles fort.„Selbſt die Mädchen ſind glücklich. Mein Gott, ich geſtehe, daß ich ſie ganz vergeſſen habe!“
„Vergeſſen?“ fragte ich.
„Die Mädchen,“ ſagte Traddles.„Die Schweſtern Sophiens. Sie halten ſich bei uns auf. Sie ſind ge⸗ kommen, um ſich einmal London zu beſehen. Die Sache iſt aber die, als— warſt Du's etwa, der auf der Treppe ſtolperte?“
„Ja wohl,“ verſetzte ich lachend.
„Gut alſo, wie Du die Treppe heraufſtolperteſt,“ fuhr Traddles fort,„balgte ich mich mit den Mädels. Und um es genau zu ſagen, wir ſpielten Mietzekatze im Winkel. Da ſich das aber in Weſtminſter Hall nicht gut macht, und da es ſich für einen Mann von unſerer Profeſſion nicht hübſch ausnehmen möchte, falls es von einem Clienten bemerkt würde, ſo zogen ſie ſich zurück. Und jetzt zweifle ich nicht, daß ſie— lauſchen,“ ſagte Traddles, indem er auf die Thür eines andern Zimmers blickte.
„Ich bedaure,“ ſagte ich, von Neuem lachend,„zu ſolch einer Zerſtreuung der Geſellſchaft Gelegenheit ge⸗ geben zu haben.“


