David Kopperfield. 19
alten, an den Wänden getäfelten Gemachs(welches ſich, wie ich mich entſinne, über dem Bogengange befand, der ins Inn führte) und die ſtämmige Unermeßlichkeit der vierpfoſtigen Bettſtelle, und das unbändig würdige Ausſehen der Kommode, Alles ſchien ſich zu vereinigen zu einem ſtreng gerunzelten Blick auf das Fortkommen von Traddles oder überhaupt auf jeden ſolchen verwe⸗ genen jungen Menſchen. Ich kam wieder hinunter zu meinem Mittagseſſen, und ſelbſt die langſam ſich ent⸗ wickelnde, behagliche Weiſe des Mahles und das ſchweig⸗ ſame Weſen des Ortes— welcher, da die großen Fe⸗ rien noch nicht vorüber waren, leer von Gäſten war— ſprachen zu mir beredt von der Verwegenheit Traddles' und ſeinen geringen Hoffnungen, ſich in den nächſtfol⸗ genden zwanzig Jahren ſeinen Unterhalt zu verdienen.
Ich hatte nichts Aehnliches geſehen, ſeit ich wegge⸗ gangen war, und es ſchlug meine Hoffnungen für Tradd⸗ les vollſtändig nieder. Der Oberkellner hatte an mir genug gehabt. Er kam mir nicht mehr zu nahe, ſon⸗ dern widmete ſich einem alten Herrn in langen Gama⸗ ſchen, dem eine Pinte ganz beſonders guten Portweins wie von ſelbſt aus dem Keller entgegenzukommen ſchien; denn er beſtellte ſie nicht. Der Unterkellner belehrte mich in einem Geflüſter, daß dieſer alte Herr ein ehe⸗ maliger Notar ſei, der im Square wohne und unbän⸗ dig viel Geld habe, welches er, wie man erwarte, der Tochter ſeiner Aufwärterin hinterlaſſen werde; ebenſo, daß das Gerücht ginge, er hätte in einem Bureau ein Silberſervice, ganz blau angelaufen vom Daliegen, ob⸗ ſchon ſterbliche Augen in ſeiner Wohnung nie mehr als einen Löffel und eine Gabel erblickt hätten. Jetzt gab ich Traddles ganz für verloren und kam in meinem Innern zum Abſchluß, daß er keine Hoffnung habe.
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