Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield. 17

Na, ſehen Sie, mein Herr, erwiederte der Kell⸗ ner,wahrſcheinlich iſt das der Fall, aber ich weiß Ihnen nichts davon.

Dieſer Kellner, welcher ein magerer Mann in mitt⸗ leren Jahren war, ſah ſich um Beiſtand bei einem Kell⸗ ner von größerer Autorität um einem ſtämmigen, gewaltigen alten Manne mit einem Doppelkinn, in ſchwarzen Kniehoſen und Strümpfen, der aus einem Orte, gleich dem Betſtuhle eines Kirchendieners am Ende des Gaſtzimmers herauskam, wo er einer Geldſchachtel, einem Adreßbuche, einem Geſetzbuche und andern Büchern und Papieren Geſellſchaft leiſtete.

Herr Traddles, ſagte der magere Keller;Num⸗ mer zwei in unſerm Hofe.

Der gewaltige Kellner winkte ihn weg und wendete ſich mit würdiger Miene zu mir.

Ich erkundigte mich eben, verſetzte ich,ob Herr Traddles in Nummer zwei in Ihrem Hofe nicht ſich eines ſteigenden Rufes unter den Advocaten zu erfreuen habe.

Hab' in meinem Leben ſeinen Namen nicht gehört, ſagte der Kellner mit voller ſchnarrender Stimme.

Ich fühlte mich ſehr aufgelegt, Traddles' Ruf zu vertheidigen.

Er iſt ſicherlich ein junger Mann? bemerkte der gewichtige Kellner, indem er ſeine Augen ernſten Blickes auf mich heftete.Wie lange iſt er im Inn geweſen?

Nicht über drei Jahre, antwortete ich.

Der Kellner, der meiner Vermuthung nach ſo ein vierzig Jahre in ſeinem Kirchendienerſtuhle gelebt hatte, konnte auf einen ſo unbedeutenden Gegenſtand nicht wei⸗ ter eingehen. Er fragte mich, was ich zu eſſen haben wollte.

David Kopperfield. X. 2