Teil eines Werkes 
10. Theil (1850)
Entstehung
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David Kopperfield.

geebnet und erweitert wurde, erwartete ich beinahe, St. Pauls Kathedrale älter ausſehend zu finden.

Auf einige Veränderungen in den Verhältniſſen mei⸗ ner Freunde war ich vorbereitet. Meine Tante hatte ſich lange ſchon wieder in Dover niedergelaſſen, und Traddles hatte gleich im erſten Halbjahre nach meiner Abreiſe angefangen, ein wenig Praxis an der Barre zu bekommen. Er hatte jetzt eine Wohnung in Grays Inn und hatte mir in ſeinen letzten Briefen erzählt, daß er nicht ohne Hoffnung ſei, bald mit dem herzigſten Mädchen in der Welt vereinigt zu ſein.

Sie erwarteten mich um die Weihnachtszeit nach Hauſe, hatten aber keine Ahnung, daß ich ſo bald zu⸗ rückkehren werde. Ich hatte ſie abſichtlich auf falſche Fährte geleitet, damit ich das Vergnügen hätte, ſie zu überraſchen. Und doch war ich verkehrt genug, Ver⸗ druß und Täuſchung meiner Erwartungen zu fühlen, daß mich kein Willkommen empfing, und ich allein und ſchweigſam durch die nebligen Straßen raſſelte.

Die wohlbekannten Läden indeß mit ihren heitern Lichtern thaten etwas für mich, und als ich an der Thür des Kaffeehauſes in Grays Inn abſtieg, hatte ich meine gute Laune wiedergefunden. Ich rief mir zum erſten Male jene ſo ſehr verſchiedene Zeit zurück, wo ich im Goldenen Kreuze abgeſtiegen war, und erinnerte mich der Veränderungen, die ſeitdem vorgekommen waren; aber das war ja natürlich.

Wiſſen Sie, wo Herr Traddles im Inn wohnt? fragte ich den Kellner, als ich mich am Feuer des Gaſt⸗ zimmers wärmte.

Holborn Court, mein Herr. Nummer zwei.

Herr Traddles' Ruf unter den Advocaten iſt, glaub ich, im Steigen begriffen, nicht wahr? fragte ich.