Teil eines Werkes 
13./14. Th. (1845)
Entstehung
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ſchaudere. Er fühlte, die Möglichkeit einer Beſſerung hänge von einer Wiederverſöhnung mit ſeinem Weibe ab. Er beſchwor mich, als Ver⸗ mittler zwiſchen ihnen aufzutreten, der Ueberbringer ſeiner reuigen Bekenntniſſe an ſeine Gattin zu ſein. Ich ſchrak zurück; ein ſolcher Auſtrag entſetzte mich; ich ſtellte ihm das Thörichte, das Hoffnungs⸗ loſe eines ſolchen Verſuches vor. Damals ließ er davon ab, aber der Verſuch wurde oft erneuert, und ermüdet begann ich Preuſſach zu ver⸗ meiden. Aber ich vermied Blumenrode nicht, und ſeltſam genug glaubte ich zu bemerken, daß mich Albertine mit beſonderer Aufmerkſamkeit anſehe. Ich war nicht eitel genug, dies einer perſönlichen Anziehungs⸗ kraft zuzuſchreiben; aber der Verdacht regte ſich in mir, Hermann habe ohne meine Vermittelung Mittel gefunden, mit ſeiner Gattin in ſchriftlichen Verkehr zu treten und mich als Denjenigen genannt, dem er ſein Geheimniß anvertraut habe. Ich erfuhr ſpäter, daß meine Vermuthung wahr war.

Kurz, Eröffnungen fanden zwiſchen Albertinen und mir ſtatt. Eines Abends, als ich Albertinen auf einem Spaziergang begleitete, ſagte ſie mir, ſie wiſſe, daß ich von ihrer Lage unterrichtet ſei, ſie kenne auch den Auftrag, den Hermann mir gegeben habe; ſie halte mich für einen Mann von Ehre und wolle zu mir Vertrauen faſſenz ſür Hermann gebe ſie nur eine Antwort, ſie werde nie in ſeinen Wunſch einer Wiedervereinigung einſtimmen. Sie habe ihm vergeben, aber der Wille ihres Vaters, dem ſie ſich nie widerſetzen werde, mache alle Gedanken einer Wiedervereinigung hoffnungslos, ſelbſt wenn ihr eigenes Gefühl dafür ſprechen ſollte. Ich gelobte ihr, nie meine Hand zu irgend einem Plane von Seiten Hermanns zu leihen, den ſie nicht billigen könne.

So endete mein erſtes Geſpräch mit Albertinen. Ich iheilte Alles Hermann mit. Er ſchwieg. Die Sache ſchien zu ruhen. Zu meiner neberraſchung undzu meinem Schrecken jedoch entd.ckte ich nicht allein, daß er ſeine Correſpondenz mit Blumenrode fortſetze, ſondern auch