Teil eines Werkes 
13./14. Th. (1845)
Entstehung
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rathen; doch bei dieſer Gelegenheit hatten wir keine Zeit zur Erklä⸗ rung.

Wir trafen uns aber öfter, und da ſah ich denn, daß er in ſich ſelbſt verfallen war, er lebte in Kreiſen, die unter ſeinem Range waren und die er in beſſeren Augenblicken verachtete. Es gelang mir, ihn in die beſſeren Cirkel unter den Officieren meines Regiments ein⸗ zuführen.

Nach und nach wurde er offener und erzählte mir bruchſtückweiſe die Geſchichte ſeiner Ehe und ſeiner Trennung. Er bekannte reuig ſeine Schuld und erzählte mir ferner, wie er mit ſeiner Familie ge⸗ brochen habe, einige Zeit auf Reiſen gegangen und zurückgekehrt ſei, jetzt aber ſeit einigen Monaten in K. lebe, ohne Zweck und Plan. Eine unglückliche Neigung feſſelte ihn hier noch immer, obgleich er ihrer ſchon müde geworden, an ein Mitglied des Balletchors am Theater.

Der Zufall führte von ſeiner Seite weitere Eröffnungen herbei. Unter andern Bekanntſchaften, die ich und ein Kamerad von mir ge⸗ macht hatten, war die der Familie des Baron Kettler von Blumen⸗ rode, in deſſen Hauſe eine junge Dame auf Beſuch war Madame Siegfeld. Sie war zu reizend und ſchön, um nicht häufig den Ge⸗ genſtand unſeres Geſprächs auszumachen. Bei einem derſelben war Preuſſach anweſend und die außerordentliche Aufmerkſamkeit, mit welcher er zuhörte, konnte meinem Blicke nicht entgehen. Das nächſte Mal, wo wir allein waren, legte er mir umſtändliche Fragen in Be⸗ zug auf Madame Siegfeld vor. Ich etzählte ihm Alles, was ich wußte, und als ich ſchwieg, ſaß er noch eine Weile nachdenklich da und brach endlich ſein Stillſchweigen. Zu meiner Verwunderung er⸗ fuhr ich, daß Albertine von Siegfeld ſeine geſchiedene Gattin ſei. Er ſprach mit ſolcher Liebe, mit ſolcher Aufregung von ihr, daß er auch mich rührte. Er bekannte mir, daß er ſeit der Trennung in einem Zuſtande moraliſcher Entwürdigung gelebt welche er

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