Teil eines Werkes 
13./14. Th. (1845)
Entstehung
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ſich Bahn gemacht zu haben. Man ſah einen wohlgekleideten Mann nach den Schranken vordringen; er erreichte ſie und rief dem Richter faſt athemlos zu:Im Namen des allmächtigen Gottes verlange ich Gehör; die Angeklagte iſt unſchuldig!

Aller Augen waren auf den Sprechenden gerichtet. Die Geſchwornen, die eben in das Berathungszimmer treten wollten, ſtanden ſtill. Der Präſident zweifelhaft, ob er nicht ſogleich gegen die unregelmäßige Störung des Verfahrens einſchreiten ſollte, ſah finſter und beſtürzt auf den Eindringenden. Einige alte Damen, die ein großes Intereſſe an dem Proceß genommen hatten, riefen:Es iſt Hermann! der Ver⸗ theidiger hat wahr geſprochen!

Die alten Damen täuſchten ſich. Der Fremde war nicht Hermann. Ferdinand blickte ihm kalt und fremd entgegen; er ging an Ferdinand vorüber, ohne ihn zu bemerken. Sein Blick ſuchte nur die Ange⸗ klagte und ſie ſie erkannte ihn. Bleich und tief erregt ſah ſie ihn näher treten. Sie wandte Alles an, um ihre Ruhe wiederzugewinnen, und flüſterte ihm eilig einige Worte in engliſcher Sprache zu.

Nach einiger Ueberlegung ließ der Präſident die Geſchwornen ab⸗ treten und den Gerichtsſaal räumen, ſo daß nur die Angeklagte zu⸗ rückblieb. Er fragte nach dem Namen des Fremden und erhielt zur Antwort:

Marimilian von Nordeck, Officier der Armee vom vierten Hu⸗ ſarenregiment.

Welche Worte flüſterte Ihnen die Angeklagte eben zu? fragte der Präſident.

Gedenken Sie des Eides, entgegnete Nordeck. Sie hält ſich durch einen Eid gebunden; aber wenn mir ein kurzes Geſpräch mit ihr erlaubt wird, ſo glaube ich, ſie überzeugen zu können, daß dieſe Verbindlichkeit, wenn eine ſolche eriſtirte, gelöſt iſt. Ich verlange kein Privatgeſpräch. Der Richter mag es mit anhören.

Gnädige Frau, begann Nordeck mit ſchwankender Stimme,