16 lung, und in der That ſchon nach Verlauf von acht Tagen befand er ſich außer Gefahr.
Meinem Verſprechen gemäß, das ich ihm gemacht hatte, ſagte ich ihm jetzt, daß ich von morgen an nicht mehr kommen würde, weil mein Beſuch völlig nutzlos wäre. Er ſuchte mich zwar zu bewe⸗ gen, wieder zu kommen; doch mein Entſchluß ſtand feſt und ich gab nicht nach.
„Auf jeden Fall, begann endlich der Geneſende, werden Sie mir es nicht abſchlagen, mir ſelbſt das Portefeuille zurückzubringen, das ich Ihnen übergeben habe. Es iſt von zu großem Werth, um es einem Domeſtiken anzuvertrauen, und ich rechne auf dieſen letzten Beweis Ihrer Gefälligkeit.“
Ich verſprach es.
Am andern Morgen brachte ich in der That das Portefeuille. Herr von Faverne ließ mich an ſein Bett niederſetzen und während er mit ihm ſpielte, öffnete er es. Es konnte ungefähr ein ſechzig Bank⸗ noten enthalten, die Meiſten zu tauſend Franes. Der Baron nahm zwei oder drei heraus und amüſirte ſich, ſie in der Hand zuſammen zu drücken. Ich ſtand auf. 6
„Doctor, begann er endlich. Setzt Sie nicht etwas eben ſo in Erſtaunen als mich.
— Was? fragte ich.
— Den Muth zu haben, falſche Bankbillets zu machen.
— Das wundert mich, denm es iſt eine ſchändliche, feige Hand⸗ lung.
— Schändlich vielleicht, doch feig nicht. Wiſſen Sie wohl, daß eine ſehr feſte Hand dazu gehört, die Worte zu ſchreiben: Das Ge⸗ ſetz beſtraft den Fälſcher mit dem Tode.,
— Ja, gewiß, aber das Verbrechen hat ſeinen Muth für ſich., Der, welcher einen Menſchen im Gebüſch erwartet, um ihn zu er⸗ morden, hat faſt eben ſo viel Muth, als der Soldat, welcher eine


