bei irgend einem vor Kurzem reich Gewordenen befinde, deſſen Ge⸗ ſchmack mangelhaft und dem es gelungen wäre, wohl den äußern Schein, nicht aber die Wirklichkeit eines eleganten Lebens um ſich zu vereinigen, als die Wärterin kam und mir ſagte, daß der Verwun⸗ dete aufgewacht ſei.
Ich ging ſogleich aus dem Salon in das Schlafzimmer. Da wurde meine Aufmerkſamkeit ganz von dem Kranken in Anſpruch ge⸗ nommen.
Beim erſten Blick bemerkte ich, daß ſein Zuſtand ſich nicht verſchlimmert habe, im Gegentheil die Symptome fortfuhren, ſich günſtig zu zeigen.
Ich beruhigte ihn alſo, denn ſeine Beſorgniſſe waren noch immer dieſelben und das Fieber, das ihn ergriffen, ſteigerte ſie zu einer Schwäche, die an einem Manne peinlich zu ſehen war. Wie hatte dieſer ſchwache Menſch den Muth finden können, einen Mann zu inſultiren, wie Olivier, der ſeiner Uebung in der Fechtkunſt wegen bekannt war, noch mehr, wie hatte er beim Dulll ſich ſo betragen können, wie er es gethan?
Es war ein Geheimniß, deſſen Grund entweder eine höchſt ſchlaue Berechnung oder ein ungemeſſener Zorn ſein nußte. Doch, dachte ich, das würde ſich für mich eines Tages ſton aufklären; wenig Geheimniſſe bleiben dem Arzte für immer verborgen.
Weniger beſorgt um ſeinen Zuſtand, konnte ich jetzt ſeine Perſon beobachten. Sie war, wie ſeine Wohnung, ein Gemiſch von Ano⸗ malien.
Alles was die Kunſt an ihm hatte ariſtveratiſch machen können, war bis zu einem gewiſſen Grade elegant und vornehm; ſein ſand⸗ gelbes Haar war nach der Mode geſchnitten, ſein dünner Backenbart modiſch geordnet.
Aber die Hand, die er mir reichte, damit ich den Puls befühlen könne, war gemein; die Pflege, die er ihr erſt ſeit kurzer Zeit ge⸗


