Teil eines Werkes 
13./14. Th. (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

für ihn erfaßt hatte, dauerie mich doch die einſame Lage, in der ich ihn ſah.

Ich blickte um mich, heftete beſonders mein Auge auf die Thüre, in der Erwartung, es ſollte ſich irgend Jemand zeigen, aber meine Hoffnung ward nicht erfüllt.

Demungeachtet konnte ich nicht länger bei ihm bleiben, mein Beruf rief mich an andere Orte. Es war halb acht Uhr und um acht Uhr ſollte ich in der Charits ſein.

Haben Sie Niemand zu Ihrer Pflege? fragte ich ihn.

Niemand! antwortete er mit dumpfer Stimme.

Sie haben keinen Vater, keine Mutter, keine Verwandte?

Niemand.

Keine Geliebte?

Er iie ſeufzend den Kopf und ſchien den Namen Louiſe zu murmeln, aber dieſer Name war ſo undeutlich, daß ich zweifelhaft blieb.

Aber ſo kann ich Sie nicht laſſen, nahm ich wieder das Wort.

Schicken Sie mir eine Krankenwärterin, ſtammelte der Ver⸗ wundete, und ſagen Sie ihr, daß ich ſie gut bezahlen will.

Ich ſtand auf, um zu gehen.

Sie gehen ſchon? fragte er.

Ich muß, entgegnete ich; ich habe meine Kranken. Wenn ſie reich wären, hätte ich vielleicht das Recht ſie warten zu laſſen, aber es ſind Arme, ich muß pünktlich ſein.

Sie kommen aber noch im Laufe des Tages wieder, nicht wahr?

Ja, wenn Sie es wünſchen.

Gewiß, Doctor! Und ſo bald als möglich, nicht wahr?

So bald als möglich.

Sie verſprechen es mir Ich verſpreche es.