Teil eines Werkes 
11./12. Th. (1844)
Entstehung
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vollſtreckt wurde, das den Juden verurtheilte, an der Thür ſeines Herrn gehenkt zu werden, während dieſen der Pfahl erwartete. Die Güter des Armeniers wurden in fünf Theile getheilt, wovon vier Theile der Familie Seid's zufielen, der fünfte Irenen blieb.

So wie das Urtheil geſprochen war, verlangte Sereski Gehör beim Paſcha und ſuchte mit Bitten und Thränen ſein Leben zu erhalten, doch Muſtapha blieb unbeweglich, und der Armenier wurde mehr todt als lebendig fortgetragen. Ein heftiges Fieber drohte ſein Leben vor der Strafzeit zu endigen, aber ärztliche Hülfe und die beſorgteſte Pflege friſteten die Tage des Unglücklichen, der völlig wieder hergeſtellt war, als der Tag des Gerichts anbrach.

So weit die Erzählung Pascals, des Armeniers. Natürlich blieb ich einen Tag in Mielnck. Früh am Morgen des andern Tages ſtrömte die Menge nach dem Thore von Salonichi und breitete ſich in der Ebene bei den Ruinen der alten Moſchee aus, wo das Urtheil vollzogen werden ſollte. Für den Paſcha und ſein Gefolge war eine Tribune mit Teppichen und Polſtern errichtet worden; ſeine Garde hatte ſich vor ihr aufgeſtellt.

Mit düſterem Blicke betrachtete er die Vorbereitungen zur Hin⸗ richtung, und endlich verweilte ſein Auge auf den Ruinen der Moſchee und dem Brunnen, wo Reiſende die Verſe Saadi's des Dichters eingegraben hatten:Andere, wie ich, haben an dieſer Quelle getrunken, und doch haben ſie ihre Augen im Tode ge⸗ ſchloſſen. Sie ſchienen das ſchwere Gefühl noch zu vermehren, das auf ihm zu laſten ſchien, doch gewann er vollkommene Ruhe, als jetzt der Verbrecher herbeigeſchleppt wurde, denn die Angſt vor dem ſchrecklichen Tode, dem er entgegen ging, ſchien Sereski völlig gelähmt zu haben.

Ein fernes Getöſe kündigte die Ankunft des Verurtheilten an. Sereski zeigte ſich auf dem Wege von Mielnik, in reiche Feſtklei⸗ der gehüllt, die Hände auf den Rücken gebunden. Seine Augen vermieden mit Entſetzen den Anblick des fürchterlichen Pfahles,