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Sie hatten ſich noch nicht lange hier aufgeſtellt, als Seid Mohammed und ſein Tatar erſchienen und beim Brunnen abſtiegen. Während dieſer die Pferde tränkte, hatte Mohammed einen Teppich auf die Erde gebreitet und ſich, mit dem Geſicht nach Mekka ge⸗ wandt, auf die Kniee geworfen, um als guter Muſelmann ſein Gebet zu verrichten. In dieſem Augenblicke feuerte Sereski das Piſtol ab, und als der Tatar, von dem Schuß erſchreckt, herbei⸗ eilte, fand er den Reiſenden auf dem Teppich im Todeskampfe, und ehe er noch Zeit hatte, ſich vom Schreck und der Ueberraſchung zu erholen, hatte ihn ſelbſt der Armenier mit ſeinem Yataghan niedergehauen. Während dieſer Vorgänge hatte der Jude die Pferde von den Mantelſäcken befreit, der Armenier hatte die Er⸗ mordeten geplündert, und die ganze Beute wurde in einen Keller unter dem Kiosk in Sicherheit gebracht. Lange vorher, che die Kaufleute nach Mielnik mit den Leichen zurückkehrten, waren der Jude und der Armenier wieder in der Stadt. Auch, geſtand der Jude, ſei das nicht das erſte Mal geweſen, wo der Armenier ſich mit Blut befleckt, obgleich ſeine ſtrengen Sitten und zahlreichen Almoſen von ihm ſtets den Verdacht abgewandt hätten.
Solche Heuchelei erſtaunte den Paſcha. Um ſich genau von der Wahrheit der Ausſage zu überzeugen, ließ er ſich von dem Juden nach der Moſchee führen und unterſuchte die Keller des Kiosk, wo er die Piaſter und Edelſteine Seid's und die albaneſi⸗ ſchen Kleider fand, die ſie verhüllten.
Vor Abend waren der Paſcha und der Jude wieder in Mielnik zurück. Doch die Strafe des Verbrechens konnte nicht unmittel⸗ bar erfolgen. Eine Reform in der Verwaltung des Reichs, welche dem Sultan Mahmud am meiſten Ehre macht, iſt ohne Zweifel die Verordnung, die dem Paſcha das Criminalrecht nimmt. Es ſind jetzt Criminalgerichte in der Türkei errichtet, die dem Verur⸗ theilten die Appellation geſtatten und das Urtheil des Kadi einer Prüfung unterwerfen. So verging einige Zeit, ehe das Urtheil


