Teil eines Werkes 
11./12. Th. (1844)
Entstehung
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83 Doch gewann er ſo viel Faſſung, dem Paſcha ſagen zu können, er habe ihn von einem Albaneſen gekauft.

Wo iſt der Albaneſe? fragte Muſtapha wüthend,nenne mir ihn!

Das kann ich nicht, Herr, erwiderte Sereski, indem er ſeinen Kopf zur Erde beugte.Ich kenne ihn nicht.

Du lügſt, Hund! ſchrie der Paſcha.Der Ring iſt von Seid Mohammed. Du kennſt die Mörder. Nenne ſie!

Auf ſein ferneres Weigern wurde der Armenier und ſeine Diener vor den Kadi gebracht, dem der Paſcha die Unterſuchung auftrug, und auf die fernere Weigerung des Mannes, etwas zu geſtehen, erhielt er die Baſtonnade auf die Fußſohlen. Doch er entdeckte nichts und mußte endlich weggebracht werden, als die Schmerzen ihm das Bewußtſein raubten. Auch die Diener Sereski's gaben keine Auskunft unter der gleichen Strafe. Doch als ein alter Jude, der vertraute Diener des Armeniers, endlich an die Reihe kam, wurde er von den erſten Streichen auf die Fußſohlen ſo ergriffen, daß er ſich den Händen der Henker entwand und vor dem Paſcha ſich niederwarf und rief:

Gnade, Gnade, Herr! Ich will Alles ſagen!.

Sogleich wurde er von der Tortur befreit, und er geſtand, daß der Armenier der Mörder ſei. In geringer Entfernung nämlich von Mielnik nach Konſtantinopel zu habe er einen Garten und einen Kiosf. Da er wußte, daß Seid Mohammed mit öffentlichen Geldern Mielnik paſſiren mußte, brachte er wie gewöhnlich die Nacht in ſeinem Kiosk zu, um keinen Verdacht durch ſeine Ab⸗ weſenheit zu erregen. Gegen Morgen weckte er den Juden, und Beide, nachdem ſie ſich als Albaneſen verfleidet und mit Piſtolen und Pataghan bewaffnet hatten, kamen ungeſchen in die Ebene, die ſich von Salonichi nach Mielnik ausdehnt, und verbargen ſich in den Ruinen einer alten Moſchee, deren Brunnen dazu diente, die Pferde der Reiſenden zu tränken, deren Weg hier vorüberführte.