„Hier,“ rief ſie ſcherzend, und ließ ihm den Edelſtein ſehen, „ſieh'! Lache und ich gebe Dir den Ring.“
Und Muſtapha lachte, aber ſo fürchterlich und ſeine Blicke ſprühten ſo wildes Feuer, als er ihr den Ring entriß, daß Irene entſetzt zurückwich und bittend ihre kleinen Händchen zu ihm aufhob.
„Irene, wer hat Dir den Ring gegeben?“ Das Kind ant⸗ wortete nicht.„Sprich.“
„Ich bin bös geweſen,“ rief ſie endlich weinend,„Vater wird ſhelen „Wo haſt Du den Ring her?“ fragte Muſtapha ruhiger.
„Vor drei Tagen kam ich des Morgens in das Zimmer, wo Vater ſein Geld und ſeine Juwelen verwahrt, er war bei einem Koffer beſchäftigt, und ich ging hin und wollte⸗die hübſchen Steine betrachten, und als ich mich bückte, um beſſer zu ſehen, ließ der Vater dieſen Ring aus ſeinen Händen rollen; ich hob ihn raſch auf und ſteckte ihn in meinen Buſen, und jetzt wage ich nicht, ihn meinem Vater zurückzugeben, denn er würde ſchelten...“
Der Paſcha beruhigte das Kind, gebot ihm Stillſchweigen gegen ſeinen Vater darüber, daß er den Ring behalte, und ent⸗ ließ es ſcheinbar beruhigt. Doch ſobald er allein war, rief er aus:„Allah Kerim! Gpott iſt groß! Er hat das Kind des Un⸗ gläubigen erwählt, eine Entdeckung und dem Verbrechen Rache zu verſchaffen!— Ja, es iſt der Ring, den ich Seid Mohammed gegeben, als er mir das Leben gerettet hatte.. Hier die Worte, die ich ſelbſt darein graben ließ; es iſt kein Zweifel, es iſt Seid's Ring! Doch wie kommt er in den Beſitz Sereski's?“
Der Paſcha ſchlug dreimal in die Hände und befahl dem Schwarzen, den Armenier zu ihm zu rufen.
„Ungläubiger Hund!“ rief Muſtapha, als dieſer eintrat,„wo haſt Du dieſen Ring her?“ Der Armenier war wie vom Blitz getroffen, als er den Saphir in des Paſcha's Händen ſah. Todten⸗ bläſſe überzog ſein Geſicht und ſeine Glieder zitterten convulſiviſch.


