78
Tatar geweſen war. Der erſtere war mit einer Piſtolenkugel, die ihm die Bruſt durchbohrt hatte, der treue Tatar aber, wahrſchein⸗ lich in der Vertheidigung ſeines Herrn, mit mehrern Hieben des Yataghan getödtet worden. Ihre Leichen waren völlig entkleidet, man hatte ihnen nur den Fez und das Untergewand gelaſſen; ihre Pferde fand man nicht weit davon, ihres Gepäckes beraubt, in der Ebene.
Bei dem Anblick dieſer Leichen hielten die Kaufleute es für beſſer, um den Verdacht des Mordes nicht auf ſich zu laden, ſie nach Mielnik zu bringen und den Mord anzuzeigen. Sie fingen daher die Pferde ein, beluden ſie mit den Leichnamen und kehrten nach Mielnik zurück, wo der Aga ihre Ausſage zu Protvcoll nahm und die Ermordeten in der Hauptmoſchee ausſtellte, um ihre Namen zu entdecken.
Nun wollte der Zufall, daß Muſtapha Paſcha denſelben Tag in Mielnik erwartet wurde, und der Aga glaubte, er dürfe vor der Ankunft ſeines Vorgeſetzten keine Nachforſchungen anſtellen, die Mörder zu ergreifen. Sobald Muſtapha in die Thore von Mielnik trat, erfuhr er von der aufgeregten Volksmaſſe die Kunde des entſetzlichen Vorfalls, doch Niemand konnte ihm die Namen nennen, man ſprach nur von den Leichnamen, die den Blicken der Menge in den Hallen der Moſchee ausgeſtellt waren. Muſtapha, erzürnt über dieſe That, wandte ſein Pferd nach dem heiligen Orte, ſtieg ab und trat, von einer ungeheuren Volksmenge um⸗ geben, in das Gebäude.„
Mitten im Tempel ſah man, auf einem Teppich, das Antlitz
verhüllt, die Füße nach Oſten gewandt, die beiden Gemordeten; ſie lagen auf dem Rücken, einer gegen den andern. Muſtapha näherte ſich langſam, doch als er ſich auf die Kniee niedergelaſſen hatte, um ihre Züge beſſer zu erkennen, ſtieß er plötzlich einen
Schrei des Entſetzens aus, raufte ſich den Bart, warf ſich
auf dem Boden des Gebäudes nieder und blieb, die Stirne


