Teil eines Werkes 
11./12. Th. (1844)
Entstehung
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Sultans. Ein armeniſcher Bankier in Konſtantinopel hatte mir auch einen Creditbrief für einen ſeiner Landsleute mitgegeben, der gewöhnlich in Mielnik wohnte, einem großen Flecken auf der Straße nach Salonichi. In der Türkei ſind die Wechſel- und Handels⸗ häuſer Monopole der Armenier, und ein Engländer, der lange in der Türkei gelebt hat, bringt eine eben ſo genaue Kenntniß der armeniſchen Sitten nach London, als hätte er Jahre lang in Aſien, zu Erzerum oder an den Ufern des Euphrat gelebt.

So wie ich nach Mielnik kam, ließ ich mir das Haus Pascab's, des Armeniers, zeigen. Anfangs wollte er mich nicht annehmen, was mich etwas überraſchte, doch nachdem er meinen Brief geleſen hatte, wurde er zugänglicher und ließ mich hereinführen. Ich fand in Pascal einen Mann von geſetztem Alter, mit einer ernſten, zer⸗ ſtreuten Miene, ziemlich melancholiſch, denn er ließ von Zeit zu Zeit ſchwere Seufzer hören, und ſelbſt im Aeußern herrſchte der Kummer, der ihn im Geheim verzehren mochte, ſo ſichtbar vor, daß ich gleich bei meinem erſten Beſuche überzeugt war, es müſſe ihn ein häusliches Unglück betroffen haben, ſo daß ich ſchon in meiner erſten Unterhaltung mich vielfach wegen der Läſtigkeit meines Beſuchs entſchuldigte.

Du haſt Recht und Unrecht mit Deinen Vermuthungen, ſagte mir der Armenier darauf;meine Familie iſt geſund und wohl, Gott ſei gedankt, aber morgen muß mein Freund ſterben.

Dieſe Antwort war berechnet, meine Neugierde aufzuregen, und ſogleich legte ich eine ſo lebhafte Theilnahme an dem Unglück ſei⸗ nes Freundes in Worten und Geberden an den Tag, daß er nicht anſtand, mit der größten Ausführlichkeit das Ereigniß zu erzählen, das ihn ſo tief beugte.

Im Januar 1838 fanden Kaufleute, die in kurzen Tagereiſen von Mielnik nach Salonichi gingen, in einiger Entfernung von erſterer Stadt die Leichname zweier ermordeter Menſchen, von denen der eine offenbar ein Mann von hohem Stande, der andere ein