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hat der liebe Gott den Wahnſinn zugeſchickt, damit ſie nicht vor Leid vergehe über den Mann und die verſchollenen Kinder.“— Aus der Ecke des Zimmers ertönte ein leiſes Schluchzen, wie ge⸗ waltſam ſich aus widerſtrebender Soldatenbruſt ringend. Der Reichsgraf legte die Hand an die Stirn und ſprach mit dumpfer Stimme:„Weiter.“
„Nun,“ fuhr der greiſe Berichterſtatter fort,„den Fraſer nannte auch Alles im Dorfe einen guten Nachbar und gottes⸗ fürchtigen, wohlthätigen Mann, der Niemandem ein Leid zugefügt, und doch iſt er eines Bündniſſes mit dem Satan bezüchtigt und das Urtheil iſt geſprochen, und obwohl, wie man ſagt, nicht ein⸗ mal das löbliche Juſtizamt einig geweſen, ob er ſchuldig oder nicht, hat der Wille des Einen für Alle gegolten, und er wird doch heute Morgen juſtifieirt.“
„Heute Morgen?“ riefen zugleich der Graf, der Prinz und Wahrmann, und die beiden Letztern traten näher.
Der Schloßverwalter beſtätigte:„Wie ich geſagt, meine gnä⸗ digſten Herren; heute in der ſiebenten Morgenſtunde. Schon be⸗
ginnt das Gericht ſich zu verſammeln, und wenn Eure Gnade——“ „Um Gotteswillen!“ rief Wahrmann außer ſich,„welche Eile des Haſſes und nichtswürdiger Rachſucht!— Gnädigſter Graf—“
„In der ſiebenten Morgenſtunde, und das Gericht verſammelt ſich ſchon?“ unterbrach ihn Graf Raymund und ſah nach ſeiner Uhr;„die fünfte iſt noch nicht zu Ende, und es iſt leicht mög⸗ lich, daß dieſer kleine Zwiſchenraum zum großen Unterſchied werde. Was meint Ihr, mon Prince? Man iſt hier nicht ſaumſelig und macht mit dem Leben eines Menſchen wenig mehr Umſtände, als wir noch vor kurzer Zeit in Schlacht oder Scharmützel. Doch däucht mich, iſt das etwas verſchieden von einander, und die Herren von der Feder ſollten länger um ſich ſchauen, bevor ſie ſich derſelben gleich des Schwertes bedienen. Ich hätte Luſt, ein⸗ mal ſtatt zu Pferde vor meinem Regiment, oder im Kreiſe der


