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thätiger geweſen; aber nicht mir allein ging es ſo, allen alten Dienern des Hauſes, denn wir waren ja an des Herrn Schöſſers Befehle gewieſen. So that auch ich, was die Andern thaten, und gleichſam unſere eigenen Geſpenſter im öden Schloſſe, all⸗ jährlich einmal citirt in den Bankettſaal, um an der Tafel, da wir ſonſt mit Freuden unſern Dienſt verrichteten, nun mit ſchwe⸗ rem Herzen des Landesherrn Geburtstag zu feiern, an welchem der Herr Schöſſer der Welt zeigen will, daß er die, die ſo lange und länger noch als er in gräflichen Dienſten ſtehen, verſäume und verachte, wie es doch das ganze Jahr über geſchieht.“
Die Wolken auf Graf Raymund's Stirn wurden immer dichter; der Alte glaubte, ſich zu frei herausgelaſſen zu haben, und fuhr ſcheuer fort:„Konnt' ich aber das Haus verlaſſen, in dem ich jung worden, in dem meine Vorfahren den erlauchten Grafen ſo lange gedient, und ich nun in dem jetzt regierenden Herrn dem vierten? Ich kenne nicht viel von der Welt außer den Ringmauern dieſes Schloſſes, ſollte ich nun in meinen alten Tagen da weg⸗ ziehen, wo Alles mich an eine alte gute Zeit erinnert? Auch das kümmerliche Gnadenbrot ſchmeckt dem Greis beſſer da, wo er ſein Gutes genoſſen. Vierundſechszig war ich ſchon, als der hochſelige Herr das Zeitliche geſegnet, und ſeitdem iſt es über funfzehn Jahre.“
„Kümmerliches Gnadenbrot im achtzigſten Jahre des Lebens und beinahe eben ſo viel des Dienſtes?“ rief der Oberſt heftig ergriffen.„Alſo habt auch Ihr Euch über den Schöſſer zu be⸗ klagen?“
„Ich klage nicht,“ antwortete der Verwalter ängſtlich.„Er war ja über uns zum Herrn geſetzt, und längſt ſchon dachte ich keinen Andern mehr zu haben, und ſo wie ich, denken in der Grafſchaft noch Viele.“
Die Härte des Vorwurfs, der unwillkürlich den Lippen des Greiſes entſchlüpft war, traf Raymund gewaltſam; er zuckte raſch


