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Es war, als läge in dieſen Worten, ſo rauh ſie geſprochen wurden, etwas Beruhigendes für den Alten, denn er ſprach ge⸗ faßter:„Der Verwalter dieſes hochreichsgräflichen Schloſſes bin ich, ein langjähriger treuer Diener Eurer Erlaucht, Dero Herrn Vaters und Großvaters, und wenn ich ein unnützer Knecht bin, ſo iſt es erſt ſeit funfzehn Jahren.“— Etwas verwundert über dieſe Feſtigkeit und die Bezeichnung ſeines Regierungsantrittes, und in weniger hartem Tone ſagte der Graf:„Der Schloßver⸗ walter ſeid Ihr alſo, und ich meine, dieſem gebührt die beſondere Aufſicht über das Schloß und was es enthält, nicht dem erſten Juſtizbeamten der Grafſchaft. Ihr ſeid ein alter Mann, d'rum will ich nicht ſtreng mit Euch rechten, aber ſeine Pflicht zu ver⸗ nachläffigen, ſteht übel an bei grauem Haar.“
Mit wachſendem Muth erwiderte Jener:„Eben als ich meine Pflicht vernachläſſigte, hab' ich ſie erfüllt, denn ich that nach mei⸗ nes Landesherrn Befehl.“
„Mein Befehl? Wunderlich genug. War es mein Befehl, daß der Verwalter meines Hauſes es plündern ließe und veröden, ſo daß, wenn ich hereintrete mit einem erlauchten Gaſt, es ihm gleich einer Bettlerherberge erſcheine?“
„Eurer Erlaucht Befehl, geſchrieben und beſiegelt mit eigner hoher Hand und Wappen, war, den Schöſſer als des Landesherrn Stellvertreter anzuſehn und demſelben zu gehorchen, wie ihm ſelbſt.“
Prinz Ludwig's etwas ſcharfe Zunge liſpelte:„Aha, ich merke nun, wer eigentlich die Lection bekommen wird.“
„Weiter!“ ſprach der Reichsgraf, nachdenklich werdend und ſogar in einiger Verlegenheit.
„Es ſchmerzte mich freilich wohl,“ fuhr der Greis betonend fort,„als mir das Amt der Schlüſſel abgenommen ward durch den, welchen mein gnädigſter Graf mit ſeiner Gewalt bekleidete, und ein unnützer Knecht zu werden, wo ich ſo manches Jahr ein


