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dem Tiſche ſtand, und der Andere verſetzte mit einer Art Regen⸗ tenſtolz:„Er iſt nicht ſchlecht, doch ſo trinkt ihn in dieſer Graf⸗ ſchaft jeder meiner Bauern. Ihr werdet heute überhaupt nicht viel beſſer bewirthet werden, als ein ſolcher. Nur um Eins kann ich unſere Mahlzeit ein wenig ſtatthafter machen. Meine Ahnen hielten viel auf einen guten Keller, mein Bruder aber war kein Trinker und nicht ſonderlich gaſtfrei. Iſt Euch ein Becher edeln Rebenſaftes gefällig, wenn Euer Arzt es erlaubt?“— Der Prinz warf einen verſtohlnen Blick auf den Hausverwalter, ſah ſprechende Beſtürzung auf ſeinem Angeſicht und erwiderte, ſich in die Lippen beißend:„Freund Wahrmann wird es ſchon geſtatten, wenn nur ſonſt kein Hinderniß da iſt.“—„So geht denn,“ befahl der Graf, „und bringet von dem Tokayer des Großvaters; ein ſolcher Trank wird meinem fürſtlichen Gaſt auch aus irdenen Bechern behagen.“ Der Diener aber ging nicht; er ſtand eine Weile betreten und ſagte dann kleinlaut;„Ich kann des gnädigſten Herrn Befehl nicht nachkommen.“
„Wie ſo?“ fragte dieſer raſch, obſchon nicht ſo zornig als früher:„Ich fürchte doch nicht, daß die Viceherren dieſes Schloſſes in wenigen Jahren ausgetrunken haben, was in beinahe einem Jahrhundert zuſammengebracht worden?“
„Ich weiß es nicht,“ antwortete der Alte;„ich gewiß nicht, glaube es mir Ihro Erlaucht. Seit dem Tode des alten Keller⸗ meiſters hat der geſtrenge Herr Schöſſer die Weinkeller in ſeine Obhut genommen.“
Da brach der Prinz in ein lautes und unaufhaltbares Geläch⸗ ter aus, der Graf zog die Augenbrauen ein wenig und ſagte trocken:„Es freut mich, Eure Durchlaucht ſo fröhlichen Humors zu ſehen.“
„Ach verzeihe mir, mein hochgebietender Oberſt und reichs⸗ gräfliche Erlaucht,“ rief Ludwig noch immer lachend,„aber wahr⸗ lich, man hört hier den Namen dieſes Schöſſers ſo oft, als den


