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1 beſaß einen reichen Schatz an goldenem und ſilbernem Geräthe, ſeit langer Zeit vererbt von Geſchlecht zu Geſchlecht.“
o„Und auf mich iſt davon nichts gekommen?“ fragte der Graf
„ heftig.„Wo iſt es?“
„In der Silberkammer, glaub' ich,“ verſetzte der Greis immer ängſtlicher;„der Herr Schöſſer hat den Schlüſſel dazu.“
„Laſſet es doch ſein für heute,“ bat Prinz Ludwig, dem der
3 alte Diener leid that,„ iſt das Geſchirr auch freilich zu ſchlecht
. für einen kaiſerlichen Oberſten und unmittelbaren Reichsgrafen,
b ſo iſt es doch gut genug für ſeinen Major und einen appanagir⸗
ten Prinzen, der ſchwerlich berechnen kann, wie viele ſilberne
* Löffel auf jeden der zehn Enkel eines nachgebornen Bruders kom⸗ men werden. Auch iſt der Inhalt beſſer als die Schale,“ ſetzte
3 er hinzu, demſelben tapfer zuſprechend und dem Niedergeſchlagenen
. freundlich winkend;„Eure Frau muß eine treffliche Köchin ſein,
alter Herr.“— Man ſah, daß dem Eingeſchüchterten Worte und
* Geberde des leutſeligen Jünglings wohl thaten und er verbeugte
ſich dankbar.
Weislich hatte die Frau Kaſtellanin, ohne Namen und Rang
h ihrer erlauchten Gäſte zu kennen, Alles gethan, was ihre be⸗
ch ſchränkten Kräfte vermochten, und ihnen etwas Beſſeres aufgetiſcht,
8 als jenen alten Puter, deſſen Zähigkeit beinahe den Sieg über
t die Zähigkeit ihres Lebens davongetragen hätte.
t, Die Ermüdung eines ſcharfen Rittes und die friſche Luft wir⸗
er ken eben ſowohl auf einen acht und zwanzigjährigen, ſich ſehr
l⸗ wohl befindenden Oberſten und regierenden Herrn, als auf den
ne Sohn eines Bauern, der in ſeinem Regimente in Reihe und
u⸗ Glied reitet. Der Graf folgte dem Beiſpiele des Prinzen und ward etwas erheitert durch deſſelben fortwährende gute Laune.
re Um die des Wirthes gleichfalls ein wenig zu verbeſſern, lobte er
cht das Gewächs einheimiſcher Berge, das in irdenen Krügen auf
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