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für nöthig gehalten. Hier iſt Eſſen, drum dächte ich, wir äßen erſt etwas und regierten nachher.“
Lachend und in gefälligem Tone ſagte der Graf:„Nun, ſo nehmt denn Platz an dieſer herrlichen Tafel— und auch Ihr, Chirurg und Wachtmeiſter, ich weiß, der Prinz erlaubt es.“
Dieſer antwortete halb ſcherzend, halb ceremoniös:„In Gegen⸗ wart ſeines Regimentschefs hat der Oberſtwachtmeiſter nichts zu erlauben. Aber ſehr gern hier wie am Lagerfeuer ſpeiſe ich mit dem braven Wachtmeiſter Seld, deſſen Pallaſch verhindert hat, daß der verdammte Dragoner vom Regimente Méstre de camp meinen Kopf nicht ſo übel zurichtete, als mein Bein, und mit
dem tüchtigen Wundarzt Wahrmann, der es ſo übel und böſe
wieder zurecht gebracht hat.“
Die Vier ſetzten ſich zu Tiſche, aber der Anblick deſſelben regte den Unmuth des Grafen von Neuem auf. Die leutſelige Weiſe, mit der er mit ſeinen Untergebenen geringern Ranges umging, ließ glauben, daß Strenge und Rauhheit nicht ſtehende Haupt⸗ züge ſeines Charakters waren; wenn er aber dieſe in ihrer gan⸗ zen Fülle gegen den alten Diener zeigte, ſo iſt ein wenig üble Laune wohl dem Herrn nicht zu verargen, der in ſein Land zu⸗ rückkehrt, mit der Ueberzeugung, daſelbſt Unheil und Mißbrauch vorzufinden, und mit dem unangenehmen Bewußtſein, dieſe durch lange Abweſenheit ſelbſt veranlaßt zu haben, dem, welcher das glänzende Haus ſeiner Ahnen zum erſten Male als deſſen Gebieter betritt und es im Zuſtand der höchſten Vernachläſſigung antrifft, dem Wirth eines erlauchten und befreundeten Gaſtes, welchem er gerade nur ſo viel Bequemlichkeit darbieten kann, als ein mittel⸗ mäßiges Feldlazareth gewährt; er ſagte alſo mit ſcharfem Tone zu dem Alten:„Iſt dies das Silbergeſchirr, welches mein Bru⸗ der, der ſelige regierende Herr, hinterlaſſen?“
„Behüte!“ verneinte der Beamte, empfindlich für die Ehre des Hauſes, dem er ſo lange diente;„Seine hochſelige Erlaucht


