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ſommers wohl zu ertragen. Der Plafond war reich vergoldet und gemalt, Tapeten von Lyoner Seidenſtoffen bedeckten die Wände, der reinlich gefegte und gebohnte Fußboden war von ſchöner ein⸗ gelegter Arbeit; das war es aber auch Alles. Von der Decke hing ein dichtes ſeidnes Geflecht herab, einſt beſtimmt, den Kronleuch⸗ ter zu tragen, nun aber müßig; nur die vergoldeten Stäbe über den Fenſtern zeigten vom vergangenen Daſein der Vorhänge, und keine jener unzählbaren Zierathen, in einem Prunkgemach der da⸗ maligen Zeit unentbehrlich, war zu ſehen. Das Geräth, augen⸗ ſcheinlich in der Eile zuſammengeſucht, ſchimmerte weder im Glanze der Neuheit, noch der Neumodigkeit, auch zeichnete es ſich nicht durch überflüſſige Anzahl aus, denn es beſtand in nichts als fünf oder ſechs Stühlen, dem Etzeugniſſe eines wahrſcheinlich längſt dahingeſchiedenen Künſtlers, mit hohen, wohlgeſchnitzten, aber wandelbaren Füßen und mit Ueberzügen, deren vor geraumer Zeit köſtlicher Stoff verblichen und zerriſſen war, oder nothdürftig ge⸗ flickt. Zu dieſen Herrlichkeiten der Rumpelkammer ſtimmte vor⸗ trefflich ein nicht großes, unſicher ſtehendes Tiſchlein, für vier Perſonen gedeckt, zwar mit reinlichem doch grobem Zwillich, aber bei Tellern, Meſſern und Gabeln erſetzte abgeſcheuertes Zinn ein edleres Metall, und zum Ueberfluſſe ſteckten die gelben Wachskerzen, welche alle dieſe Pracht ſichtbar machten, auf zwei verſchiedenen Leuchtern, deren eine von Holz, von Blei der andere.
Derjenige unter den vier Männern, von deſſen Sanftmuth und heiterer Laune der Leſer bis jetzt wahrſcheinlich nicht den vortheil⸗ hafteſten Begriff erhalten hat, wendete ſich beim Hintritt zu dem Jüngern und ſprach halb lachend und halb verdrießlich:„Wahr⸗ lich, der Empfang, den ich Euch in meinem Reſidenzſchloſſe bereitet habe, iſt glänzend, das müßt Ihr geſtehen, und auf eine würdige Art vergelte ich die Gaſtfreundſchaft, mit welcher Euer Herr Oheim mich beehrte.“
„Hm,“ ſprach der Andere fröhlich.„Das iſt mir nicht etwas


