Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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melte ſie;ich danke Dir für den Muth, den Du mir gege⸗ ben haſt.

Als ſie ſich wieder niedergelegt hatte, betrachtete ſie länger als eine halbe Stunde liebevoll ihren jugendlichen Gatten; endlich, als ſie dem Schlafe nicht länger widerſtehen konnte, küßte ſie ihn ſanft auf die Stirn, löſete ihre Locken auf, breitete das lange Haar um ſich, neigte den Kopf an die Stirn Heinrichs, nahm ſeine Hand in die ihrige und ſchlief nach einem langen Seufzer ein.

11.

Als Heinrich erwachte, brach der Tag allmälig an; die erſte Gluth der Morgenröthe ſtrahlte in dem Zimmer wider; draußen war es ſtill und geräuſchlos, und man hörte nur das eigenthümliche Summen, das ſich beim Erwachen der Natur verbreitet. Er wagte kaum aufzuathmen, aus Beſorgniß, Marien zu wecken; er ſah ihren Kopf halb von einer Falte des Kopfkiſſens verhüllt, halb von dem langen Haar verſchleiert. Er wartete mit füßer Ungeduld, daß der erſte Sonnenſtrahl ihre geliebten ſchönen Züge erhellen werde. Die Geliebte, die er kaum zu beſitzen gehofft hatte, lag da neben ihm, ſein eigen, ſchöner als je; der Horizont, der von Gefängnißmauern geſchloſſen geweſen, war unter ſeinen Händen geſunken, und es lag ein anderer ſonnenheller vor ſeinen entzückten Blicken. Er ſtand bei der Morgenröthe des Glückes, im Früh⸗ linge ſeiner Liebe.

Dennoch lag in dieſer Liebe eine ſtörende Bitterkeit, die er nicht zu entfernen vermochte.

Mit einem Male traf ein Sonnenſtrahl auf das Fenſter und reichte bis an den Fuß des Bettes.

Die Sonne geht auf, ich kann Marien wecken, dachte Heinrich bei ſich und er ſtrich mit leichter Hand das lange Haar ſeiner Ge⸗ liebten zurück.

Er neigte ſich über ſie und drückte, im Voraus berauſcht von

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