Teil eines Werkes 
1./2. Th. (1844)
Entstehung
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Ich glaube es, antwortete ſie ironiſch,es iſt ja ſchon acht Uhr! Du haſt Dich nie ſo ſpät niedergelegt, nicht wahr? Die Flammen im Kamine warfen ein lebhaftes helles Licht auf die großen Blumen des Bettvorhanges. Heinrich ſchlief ein, gewiegt von den zärtlich liebevollen Wor⸗ ten Mariens. Sie richtete den Kopf auf und betrachtete ihn. Aber ſie konnte die Thränen nicht zurückhalten, drehete ſich um und fal⸗ tete inbrünſtig die Hände. Nach einem Gebete ſtieg ſie wieder aus dem Bette, trat mit den niedlichen Füßen in Atlasſchuhe, warf einen Mantel über ihre zitternden Schultern, trat an den Kamin und ergriff mit bewegter Hand die Feder. Sie ſchrieb unter Thränen wohl über zwei Stun⸗ 3 den lang. Von Zeit zu Zeit ſah ſie ängſtlich nach dem Bette. 1 Als ſie fertig war, ſtand ſie auf und betrachtete ſich mit trauriger Neugierde in dem Spiegel. Sie ging einige Male im Zimmer auf und ab, trat dann an ein Fenſter und zog die Vorhänge zu⸗ rück, um den Himmel zu ſehen. Am Himmel ſchwammen kleine duftige Wölkchen; nur hier und da glänzten die Sterne durch dieſe ſchwimmende Gaze hindurch; der Wind rauſchte ſanft in den alten f Bäumen des Parkes. Wie ſchön wird morgen das Wetter ſein! ſprach Marie mit einem Seufzer;er wird in den Strahlen der Sonne erwachen, unter dem Geſange der Vögel. Ich öffne das Fenſter; der Wind wird dann den Duft des Morgens und das Lied der Lerche bis zu unſerem Bette tragen. Sie blickte nach dem Bette; Heinrich ſchlief noch immer. Mich friert! ſprach ſie ſchauernd.Es iſt Zeit, daß ich mich wieder neben ihn lege. Sie ging nochmals bis an den Kamin, wo ſie lange das * ihrer Mutter betrachtete.Ach, mein Gott! mur⸗