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Als das Brautpaar die Kirche verließ, fanden ſie, wie ſie er⸗ wartet hatten, den Wagen der Frau von Montreuil; ſie umarmten den alten Canonieus und fuhren ab. Die Reiſe war angenehm, aber ſtill; trotz der Liebe Heinrichs hatte Marie Augenblicke der Trauer; wenn er von dem Glücke ſprach, neigte ſie das Haupt und ſchien ſagen zu wollen: die Zeit iſt vorüber; ſprach er von Liebe, ſo blickte ſie nach dem Himmel und ſchien wiederum zu ſagen: die Zeit iſt vorbei. Sobald ſie aber ſah, daß ihre Trau⸗ rigkeit Heinrich betrübte, nahm ſie ihre Maske der Heiterkeit und ihr liebliches Lächeln wieder an; ſie täuſchte ſich ſelbſt, um ihren Geliebten zu täuſchen.
Es war ungefähr ſechs Uhr, als ſie in dem Schloſſe ankamen. Sie ſtiegen in einem großen öden mit Gras bewachſenen Hofe vor einer Vortreppe ab, die durch zwei gewaltige Ulmen beſchattet wurde. Die alte Frau von Montreuil kam ihnen bis daher entgegen, um⸗ armte Marien mit mütterlicher Zärtlichkeit und nahm Heinrich wie ihren Sohn auf.
„Ihr wolltet allein ſein,“ ſagte ſie, indem ſie das junge Paar in ihr Zimmer geleitete,„und Ihr trefft es vortrefflich; mein Sohn iſt zu ſeinem Regimente abgereiſt; der Pfarrer, der ziemlich neu⸗ gierig iſt, hoffte Euch zu ſehen, ich bat ihn aber, bis morgen zu warten. Nun, ſetzt Euch, Kinder; wärme Dir die Füße, arme Marie, der Abend iſt kühl. Du ſiehſt recht blaß aus; die Reiſe hat Dich angegriffen. Armes Kind! es iſt ſo lange her, daß Du nicht in das Freie gekommen biſt. Wir wollen recht bald eſſen, damit Ihr Euch zur Ruhe begeben könnt.. Ja, das iſt ein koſt⸗ bares Bild.“
Marie hatte ein kleines Portrait ihrer Mutter von dem Kamine abgenommen.
„Nur mit Mühe habe ich das Portrait den Händen Deines Procurators entriſſen. Ich ſagte Dir wohl, Du möchteſt ihm nicht trauen. Aber Du wollteſt durchaus heirathen.“


